Z E I T E N E N D E

Schlagwort: Ausgrenzung

Der Unmensch 

Manche alte Freunde haben mir die die Freundschaft gekündigt im Frühling 2020, ich hätte mich als Neinsager, Coronaverharmloser, Querdenker, kurz, als Unmensch entpuppt.

Okay, da bin ich in guter Gesellschaft: der unerschrockenen, der unbestechlichen, der unbeugsamen, der ungläubigen, der unparteiischen, unpassenden, unglaublichen ungeimpften Unmenschen!

Böse, Böser, Querdenker

Als Sohn eines schwulen Nazis, SS Manns, Leistungssportlers und Holocaust-Leugners, war ich schon als Kind in den fünfziger Jahren ein Querdenker, das hat mich gerettet, sonst wäre ich heute tot oder ein opportunistischer Chauvinist.

Bin ich ein Querdenker, wenn ich das Grundgesetz hochhalte? Was ist ein Querdenker? Wird er durch Zuschreibungen zum Querdenker? Vor Corona hatte das Wort noch einen positiven Klang, sogar im bayerischen Rundfunk gab es Querdenker (die Sendung hieß „quer“). Beim allgegenwärtigen Mobbing, wenn eine Mehrheit eine Minderheit mobbt, bin ich heute instinktiv auf der Seite der Minderheit, auf der Seite der Schwächeren, das war in jungen Jahren gerade umgekehrt, da wollte ich auf keinen Fall zu den Gemobbten gehören sondern im Strom der Mobbenden nach oben schwimmen. Ich bin heute nicht bereit, mich an einem Mobbing zum Beispiel der Impf-Verweigerer zu beteiligen. Immerhin nehmen sie ein Grundrecht wahr.

Faschismus

Die Leichtigkeit, mit der sogar Freunde mit Abscheu auf Querdenker Demos reagieren, flößt mir Angst und Schrecken ein. Die Querdenker, davon habe ich mich vor Ort selbst überzeugt, sind pazifistischer als die Linken!

In einer Gesellschaft, die Abweichler ächtet, möchte ich nicht leben müssen.

Die Ächtung und Verleumdung der Abweichler ist ein Kernmerkmal des Faschismus!

Hochbegabung

Antwort auf einen Telepolis-Thread: „Da spricht sicher keine Hochbegabung …“

Schon Ihr Titel kommt mir ziemlich arrogant vor; dafür müssen Sie sich für zumindest erheblich begabter halten als den armen Autor. Hochbegabte sind entweder arrogant geworden oder in Verzweiflung versunken, in jedem Fall aber einsam, denn selbst die anderen Hochbegabten, die man zufällig trifft, sind ganz anders als man selbst. Durch das Misslingen der Anpassung entsteht eine enorme Varianz. Die Explosionen eines höheren Feuerwerks liegen weiter auseinander.

Denn auch der Hochbegabte kommt ohne Weltbild, Menschenbild und Selbstbild nicht aus. Diese für sein Agieren absolut essenziellen Bilder sind mit hoher Wahrscheinlichkeit krankhaft verzerrt – in welchen sozialen Spiegel schaut er? Seine Familie hält sich und damit auch ihn bestenfalls für die absolute Elite.

Ich rate zur Bescheidenheit. Einer der hochbegabtesten Sätze ist immer noch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“!