Z E I T E N E N D E

Kategorie: Politik & Zeitgeschehen (Seite 1 von 3)

Barbarei und Zivilisation

Mit dieser Sichtweise sind wir in der Barbarei. Punkt.

In der Barbarei gilt das Recht des Stärkeren. Bestenfalls noch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ — ein immerhin kluger Satz, weil er die starke Tendenz zur Eskalation zu bremsen versucht. Aber auch diese Logik setzt voraus: Sobald ich dich in eine Lage bringen kann, in der nur ich schießen kann und du nicht, kann ich dich zu jeder beliebigen Handlung zwingen. Man geht eben davon aus, dass für jedes Lebewesen der Erhalt seines Lebens den höchsten Wert darstellt. Die Androhung von Mord und der Mord selbst gelten so als normale Mittel des Interessenausgleichs. Wir sind in der Weltpolitik schon immer in einer solchen Form unterwegs gewesen — wir ähneln darin eher den Schimpansen, weniger den Bonobos.

Das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung — und als solche ist diese Barbarei verwandt mit der klinischen Paranoia: Krankhaftes Misstrauen führt zu Handlungen, die Reaktionen provozieren, die wiederum das Misstrauen gerechtfertigt erscheinen lassen. Der Ausgangspunkt ist Angst, das Ergebnis ist die Bestätigung der Angst — und der nächste Schritt ist zwangsläufig mehr Gewalt. Wer in dieser Denkweise gefangen ist, kann gar nicht anders, als sie zu bestätigen. So wie der Duellant im amerikanischen Western, der zuerst schießen muss, weil er davon ausgeht, dass der andere zuerst schießen wird — und damit exakt das erzwingt, was er befürchtet hat.

Die Barbarei hält sich also nicht trotz ihrer Irrationalität am Leben, sondern wegen ihr: Sie produziert unaufhörlich die Beweise für ihre eigene Notwendigkeit.

Zivilisation bedeutet, diesen fatalen Mechanismus zu erkennen — und, zunächst bei sich selbst, damit aufzuhören. Rein rational betrachtet ist diese Barbarei für alle Beteiligten eine Katastrophe. Auch der Mafiaboss, der alle Konkurrenten ausgeschaltet hat, kann am Ende nicht glücklich sein. Zufrieden vielleicht — aber Glück ist etwas anderes. Der Sinn des Lebens besteht mindestens darin, glücklich zu werden. Und mörderische Gewalt unterstützt dieses Ziel in keinster Weise.

Die Zivilisation begann, als zwei Bauern in einem Grenzstreit nicht den Nachbarn umgebracht haben, um das ganze Land an sich zu reißen — sondern sich auf einen unparteiischen Schiedsrichter geeinigt und sich verpflichtet haben, dessen Urteil anzuerkennen. Das ist der Ursprung des Rechtsstaates. Und es ist das Programm der gesamten zivilisatorischen Geschichte: dieses Prinzip von der Nachbarschaftsgrenze auf die Weltebene auszuweiten. Der bisher ambitionierteste Versuch war die UNO und das Völkerrecht.

Heute schert sich keine Konfliktpartei mehr um dieses Völkerrecht. Deutschland hat 1999 maßgeblich daran mitgewirkt, als es sich an vorderster Stelle an dem Angriffskrieg auf Serbien beteiligte — ohne ein UN-Mandat für nötig zu halten. Elf Wochen Bombardement. Diese Erosion des Völkerrechts haben wir in erster Linie der amerikanischen Wildwest-Mentalität zu verdanken, die grundsätzlich davon ausgeht: Macht kommt aus dem Gewehrlauf, wenn sie nicht aus dem Geldbeutel kommt.

Man dachte einmal — nach Hiroshima, nach dem Ende des Kalten Krieges —, die Atombombe und die Pax Americana würden das Ende der Geschichte einläuten, das Ende der großen Kriege. Das Gegenteil ist eingetreten. Der Grund: Die verantwortlichen Politiker waren nicht in der Lage, sich darauf zu verständigen, dass das Rechtssystem der UNO den höchsten Wert darstellt, den es zu verteidigen gilt. Denn wer das Völkerrecht situativ instrumentalisiert — mal als Legitimationsressource, mal als lästiges Hindernis —, zerstört genau den Mechanismus, der Konflikteskalation begrenzen könnte.

Eskalation folgt ihrer eigenen Schwerkraft: Ist erst einmal Gewalt angewendet worden, wird die Rückkehr zu friedlicheren Zuständen mit jeder weiteren Stufe schwieriger. Siehe Friedrich Glasl, Konflikteskalation. Kriege enden daher so oft erst dann, wenn es schlicht niemanden mehr gibt, der bereit oder in der Lage ist, weiterzukämpfen.

Das ist keine Realpolitik. Das ist Wahnsinn. Das ist organisierte Barbarei — und genau die selbsterfüllende Prophezeiung, die wir durchschauen müssen, wenn wir sie je überwinden wollen.


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Murphy’s Law

Was passiert, wenn die Abschreckung versagt? Ein plausibles Szenario – von der Eskalationsleiter im Iran-Konflikt bis zu den geopolitischen Nachbeben in Europa, Asien und der Weltwirtschaft. Mit Huxley als mahnendem Schlusswort.

Plausibles Szenario (nicht Worst Case, denn das wäre der Weltuntergang): die Absicht, der Regime Change, ist fehlgeschlagen, also soll der Iran jetzt vollkommen zerstört werden. Die Iraner wissen das seit 40 Jahren und haben sich auf diesen Existenzkampf David gegen Goliath vorbereitet. Selbst nach Flächenbombardements wie im Zweiten Weltkrieg können sie immer noch Drohnen und Raketen überraschend zielgenau verschießen. Ihr Untergang soll für die USA und Israel maximal teuer sein.

Die Eskalationsleiter der fortschreitenden Zerstörung wird von der stärkeren Seite betrieben: militärische Infrastruktur, Soldaten, Industrie – dann Kläranlagen, Entsalzungsanlagen, Trinkwasser, Schulen, Krankenhäuser – zuletzt Öl- und Gasanlagen. Der Iran zieht jeweils nach, gibt aber nicht nach. Weil keine Stufe den Gegner bricht, wird die nächste gezündet – bis keine konventionelle mehr übrig ist.

Die für den Fall eines Angriffs vor langer Zeit versprochene Sperrung der Straße von Hormus für feindliche Schiffe bringt nun tatsächlich den von Analysten lange erwarteten globalen Zusammenbruch. Es wird schlimmer als 1929. Aktuell versucht Israel offenbar, alles und jeden hineinzuziehen durch False-Flag-Angriffe angeblich auf Türkei (Artikel 5 NATO!), Saudi-Arabien, Aserbaidschan usw. Der Iran bestreitet (nur) diese Angriffe.

Bevor die Wertpapiere ihren Wert gänzlich verlieren (auch gedrucktes Geld), und Tel Aviv gänzlich zerstört wird, wird man nicht etwa die Zerstörung des Iran stoppen, sondern Nägel mit Köpfen machen: Israel greift zur Atombombe.

Für diesen Fall haben sich die Iraner noch konventionelle Überraschungen aufgehoben, die Israel „ausradieren“ sollen. Deshalb reicht wahrscheinlich 1 Bombe nicht. Israel soll mehr als 100 haben. Da alle furchtbar erschrocken sein werden über den ersten Einsatz von Atombomben seit 1945, wird Israel sein „Großisrael“ durchsetzen können.

Der verstrahlte Iran ist mehr oder weniger unbewohnbar, die Straße von Hormuz ist dann frei, aber alle Öl- und Gasanlagen am persischen Golf zerstört.

China schnappt sich Taiwan und prosperiert weiter, wie auch Russland hat es Industrie und die nötigen Ressourcen.

Die angelsächsische Finanzindustrie hat beides nicht mehr und wird im Untergang um sich schießen wie eine Horde wildgewordener Mafiakiller.

Westeuropa wird von USA ausgeschlachtet. Die Bürger werden mit schwer bewaffneten Inlandstruppen und Total-Überwachung verängstigt und traumatisiert. Also enteignet und terrorisiert.

Seit geraumer Zeit interessiert sich niemand mehr für Recht und Völkerrecht. Institutionelle Macht geht über zu faktischer Macht, die von Warlords ausgeübt wird. Also aufgepasst (Vorsicht bittere Satire): sich nicht beim falschen Warlord lieb-Kind-machen, immer den stärksten und brutalsten auswählen, denn der wird am wahrscheinlichsten als Sieger hervorgehen.

Das Dumme an der Abschreckung ist, dass sie versagt! Und das Abschreckende an den Dummen ist ihre Unfähigkeit, Murphy’s Law (das erste) zu verstehen: was schief gehen kann, wird auch schief gehen!

„Doch wenn wir eines über die Zukunft wissen, dann das, dass wir sie nicht vorhersehen können und dass sie in Wirklichkeit oft vollkommen anders aussieht, als wir es erwartet haben.“

— Aldous Huxley, Zeit der Oligarchen, Kapitel 4, Hanser Verlag, aus dem Englischen von Jürgen Neubauer


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Bolz-Platz

Norbert Bolz bekommt Besuch vom BKA. Sein Vergehen: Er machte sich über „Deutschland erwacht“ lustig. Zeit für eine Sprachbereinigung – fangen wir mit der Autobahn an.

Der – bis dato – deutsche Vorzeigeintellektuelle Norbert Bolz kommentierte damals im Januar 2024 die TAZ Schlagzeile  „Deutschland erwacht“, mit der das AfD-Verbotsverfahren gefeiert wurde, ironisch so: „Gute Übersetzung von ‚woke‘: Deutschland erwache!“ 

Deshalb wurde er nun bei der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) beim Bundeskriminalamt denunziert wegen „Verwendung einer verbotenen NS-Parole“. Was ihm nun am 23. Oktober 2025 eine Hausdurchsuchung einbrachte.

Das sind schon lange keine Einzelfälle mehr. Jedes Mal, wenn sowas passiert, denke ich, jetzt haben sie aber überzogen mit ihrer Einschüchterung, jetzt muss es ja der letzte merken, wo es bei uns hingeht. Bolz ist ja nicht mal ein Dissident, er ist nur ein kritischer Denker, der sich immer treu geblieben ist, was heißt, dass er sich seinen Qualitätsanspruch weder von rechten noch von linken Grobianen beschädigen lassen wollte. Der Mann argumentiert! Er kuschte nicht, gab nicht klein bei und ging das klassische Risiko des Intellektuellen ein, für das sehr viele Vorgänger vor ihm, ich denke z. B. an Emile Zola, einen hohen Preis bezahlten. Da drohte – und droht noch immer – die Vernichtung der Existenz! 

Wenn ich die enorme Reichweite eines Norbert Bolz hätte, müsste ich mich wohl, nach allem, was in meinem Blog zeitenwende.work zu lesen ist, warm anziehen. So eine Hausdurchsuchung ist kein Spaß! Ich habe das schon mal erlebt, im Deutschen Herbst, in der bleiernen Zeit 1977. Fünfzig zivile und fünfzig uniformierte „Bullen“ umstellten unsere 10-Zimmer-Haus-WG, verbrachten alle in das kleinste Zimmer, wo wir 3 Stunden unter einer entsicherten Maschinenpistole ausharren mussten, bis sie alles, was irgendwie nach Geschriebenem oder Fotografiertem aussah, mitgenommen hatten. Ein halbes Jahr später kam dann der Brief von Generalbundesanwalt Rebmann, ohne Entschuldigung. Der Grund sei gewesen, dass in unserem Haus mal der RAF-Anwalt Kornfeld gewohnt habe – den kannte von uns niemand, und ausserdem hätte man unser Telefon ein Jahr abgehört. Die Protokolle hat aber offenbar niemand gelesen – sonst hätte auffallen müssen, dass wir harmlose Hippies waren.

Wie könnte ich die Staatsmacht gnädig stimmen? In vorauseilender Unterwerfung gestehe ich, dass ich schon oft nationalsozialistische Formulierungen in meiner grenzenlosen Naivität benutzt habe. „Alles für Deutschland“ zwar nicht, aber z. B. „Autobahn“, „Kulturschaffende“, „Sonderbehandlung“, „Betreuung“, „Volk“, „Entartet“. Um das wieder gut zu machen, und mich auf der richtigen Seite der Geschichte wiederzufinden, schlage ich vor, die „Autobahn“ umzubenennen in „Highway“. Jeder, der vor der Wende geboren ist, weiß, dass die „Autobahnen“ untrennbar mit Hitlers Aufstieg verbunden sind. Die Autobahn war das Propaganda-Meisterwerk des Regimes – obwohl kaum jemand ein Auto besaß, um darauf zu fahren. Das A-Wort sollte zum Unwort des Jahres gekürt werden. 

Neulich kam ich an einem Altenheim vorbei. Ich erkannte es daran, dass in großen Leuchtbuchstaben „Senior Living“ darauf geschrieben stand. Offenbar „zieht“ der angelsächsische Begriff mehr als das schnöde „Altersheim“, was nicht einmal nationalsozialistisch vorbelastet ist.

Jeder, der „Autobahn“ sagt statt „Highway“, steht in Zukunft im Anfangsverdacht, mit den „Rechten“ zu sympathisieren. Und darf, zu seinem eigenen und unser aller Bestem, bei der Zentralen Meldestelle im Internet (ZMI) angezeigt werden.

Aber ein Problem hab ich noch, was mir Kopfzerbrechen bereitet: „Deutschland muss kriegstüchtig werden“ – das hat doch nicht nur der Deutsche Verteidigungsminister in letzter Zeit mehrmals wiederholt, sondern auch Propagandaminister Goebbels im 2. Weltkrieg. Unter anderem in der Rundfunkrede vom 26. Juli 1944 nach dem Hitler-Attentat. Das Zitat lautet dort:

„Ich verspreche dem deutschen Volke, nichts unversucht zu lassen, um in wenigen Wochen die Heimat in jeder Beziehung kriegstüchtig zu machen.“ Es wurde eine  nationalsozialistische Parole. Ein hochgebildeter deutscher Minister muss das doch wissen. Ich verspüre nun eine gewisse schmerzhafte kognitive Dissonanz.

Um die zu lindern, habe ich in den sozialen Netzwerken nach Statements und Einordnungen gesucht, die geeignet wären, meinen Blickwinkel so zu weiten, dass dieser schmerzhafte Widerspruch sich als das erweist, was er ist, ein Scheinwiderspruch.

Wer sucht der findet. Ein gewisser Nadagain hat vor 8 Monaten hier gepostet: „Das eine ist eine SA-Parole, das andere eine Notwendigkeit.“ 

In meiner politischen Kurzsichtigkeit habe ich mal wieder übersehen, dass das Handeln unserer Regierung von „Notwendigkeiten“ bestimmt wird, also alternativlos ist.

Ganz sicher war auch die Durchsuchung des Hauses von Norbert Bolz „alternativlos“. Wenn wir die Sprache und Wortwahl unserer Intellektuellen nicht überwachen und reinigen von schlechtem Gedankengut, dann droht Wildwuchs und Chaos, dann steigen wir ab aus der Oberliga und landen irgendwann auf dem Bolz-Platz. 


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Der Pazifist oder die Logik der Abschreckung

In einer Zeit, in der die Weltuntergangsuhr der Atomwissenschaftler 90 Sekunden vor Mitternacht zeigt – näher am Abgrund als je zuvor –, stellt sich eine fundamentale Frage: Führt die Logik der Abschreckung wirklich zum Frieden oder ist sie der erste Schritt in den Krieg?

Dieser Artikel ist unter dem Titel „Abschreckung bis zur Auslöschung“ auch bei MANOVA erschienen.

Ich sage es gleich: Ich bin Pazifist. Was ist das, ein Pazifist? Einer, der die rechte Backe hinhält, wenn ihm auf die linke geschlagen wird? Das ist der radikale Pazifismus, den Jesus gepredigt hat. Auch der in Deutschland sehr beliebte Mahatma Gandhi war sehr erfolgreich mit einem radikalen Pazifismus, der jegliche Gewaltanwendung sogar zur Selbstverteidigung ablehnt. Die Deutschen galten ja bis vor Corona noch als das pazifistischste Volk Europas, das man kaum zum Jagen tragen konnte. Bundeskanzler Kohl hat noch zehn Milliarden an die Amerikaner berappt, um am Golfkrieg nicht teilnehmen zu müssen. Erst SPD-Kanzler Schröder und sein grüner Kompagnon Joschka Fischer haben 1999 einen Angriffskrieg begonnen, der nicht von den Vereinten Nationen (UN) gedeckt war. Man hat elf Wochen lang Serbien heftigst bombardiert, zuerst die Klärwerke und Elektrizitätswerke, dann Fabriken und sonstige Infrastruktur. Wie üblich in solchen Fällen bemüht man zur Rechtfertigung Hitler-Vergleiche. Statt „Nie wieder Krieg“ war Joschka Fischers Propagandahebel „Nie wieder Auschwitz“. Dazu muss man Slobodan Milošević natürlich so etwas wie Auschwitz unterstellen, was man auch versucht hat, dies erwies sich aber später als nicht haltbar.

Das erklärt vielleicht, warum ich heute so erstaunt bin, dass all diese Christen, die zu Hause einen Jesus am Kreuz hängen haben, bereit sind, mich als Putinversteher beziehungsweise Putinknecht herabzuwürdigen, wenn ich eine pazifistische Position vertrete. Eine pazifistische Position bedeutet jedoch beispielsweise, in einem Konflikt beide Seiten zu Wort kommen zu lassen. Wenn wir einem Angeklagten das Wort verbieten, sind wir definitiv im Faschismus!

Es gibt eine sehr schöne Definition von Pazifismus, nämlich: Frieden schaffen ohne Waffen. Leider scheint dieser Satz wenig Überzeugungskraft zu haben, denn die meisten Menschen halten es immer noch für selbstverständlich, dass der gegenteilige Satz „Frieden schaffen mit Waffen“ alternativlos sei. Das Zauberwort hier lautet Abschreckung: Die bösen Räuber dieser Welt würden ohne Abschreckung rauben und morden ohne Ende.

Doch wohin führt uns diese Denkweise? Eine solche Art zu denken führt uns schlicht in barbarische Zeiten, in vor-zivilisatorische Zeiten, als das einzige Gesetz gegen die Macht des Stärkeren das biblische Gesetz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, von Gott höchstselbst den Menschen gegeben, war. Das ist sogar ein ziemlich kluger Satz, weil er die extrem starke Tendenz zur Konflikt-Eskalation zu bremsen versucht. Es hat dann allerdings einige tausend Jahre gedauert bis zur Proklamation der Menschenrechte, dem Gewaltmonopol des Rechtsstaats, der von freien und gleichberechtigten Bürgern gebildet wird, dessen friedensschaffendes und friedenserhaltendes Prinzip auch von den Vereinten Nationen verwirklicht werden sollte. Das hat jedoch nicht geklappt. Leider ist die internationale Politik immer noch ein rechtsfreier Raum. Mit der Einhaltung des Völkerrechts schmückt man sich nur, wenn es den eigenen Interessen dient. Das liegt wohl am fehlenden Gewaltmonopol. Also zurück zur Barbarei, zur Politik der Abschreckung.

Wir Deutschen sollten, wenn wir das Wort „Abschreckung“ hören, sofort an die Hitlerzeit denken, denn niemand hat in der Menschheitsgeschichte seine Gräueltaten dermaßen mit Abschreckung begründet wie die Nazis. Die Logik der Abschreckung ist die wahre Ursache für Krieg. Die Bombardierung Guernicas sollte die Basken abschrecken, die Vernichtung von Oradour-sur-Glane sollte die französische Résistance abschrecken, die Auslöschung Lidices sollte die Tschechen nach der Ermordung von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich abschrecken. Damit diese Logik der Abschreckung, die man auch Kriegslogik nennt, wirkt, muss man bereit sein zu Gräueltaten, sonst wird die Abschreckung vom Feind nicht ernst genommen. So zu tun, als wäre man zu Gräueltaten bereit, reicht jedoch nicht – das allein ist noch nicht glaubhaft –, man muss es auch tun. Ein gutes Beispiel sind die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Furchtbare Gräueltaten, die bis heute den Respekt vor dem amerikanischen Imperium begründen.

Pazifist wird man in dem Moment, in dem man erkennt, dass die Logik der Abschreckung der erste Schritt in den Krieg ist. Wobei Selbstverteidigung im nicht ganz so radikalen Pazifismus, im Gegensatz zum Pazifismus Jesu oder Gandhis, erlaubt und sogar geboten ist. Dummerweise wird von jedem Angreifer sein Angriff als Selbstverteidigung dargestellt.

Wie diese Logik in der Praxis funktioniert, zeigt sich am aktuellen Konflikt in der Ukraine. Da bildet Putin keine Ausnahme in seinen Reden. Zur Begründung des Völkerrechtsbruchs hatte er explizit auf den Präzedenzfall des Kosovo-Krieges Bezug genommen. Auch Somalia, Libyen, Irak und vor allem Syrien – Länder, mit denen Russland traditionelle Beziehungen und Beistandsverpflichtungen unterhielt – nannte er. Und überhaupt glauben die Russen, das Recht zu haben, sich dem Hegemonie-Anspruch des US-Imperiums zu widersetzen und nach eigener Fasson selig zu werden. Es gebe schließlich nicht nur einen Antisemitismus, es gebe auch einen Antislawismus. Diese Ängste sind nicht unbegründet — bei uns wird nicht erst seit Februar 2022 Angst vor den Russen geschürt, obwohl jedem geschichtsbewussten Mitbürger klar sein müsste, dass die Russen historisch mehr Grund haben, vor uns Angst zu haben als umgekehrt. Beides lasten sie den westlichen Faschisten und Nazis an, die nicht vor der Ausrottung auch slawischer Völker zurückschreckten, die sie für minderwertig erklärten.

Nachdem Putin den Ausverkauf der Bodenschätze an internationale Oligarchen gestoppt hat, hat sich die im Grunde gutmütige russische Seele wieder gefangen und sich ihrer selbst vergewissert. Acht Jahre Krieg gegen die russische Bevölkerung des Donbass – einst das Ruhrgebiet und Hightech-Standort der UdSSR –, angezettelt von amerikanischen Geostrategen, die das „Herzland“ unter ihre Kontrolle bringen wollen, ständige Aufrüstung direkt an der russischen Grenze und schließlich die angestrebte NATO-Mitgliedschaft ließen jedes Fass überlaufen. Die bereits von Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 genannten roten Linien waren überschritten. Putins Einmarsch setzte ein Zeichen der Abschreckung: bis hierhin und nicht weiter. Da in diesen acht Jahren die ukrainische Armee von den Amerikanern mit den modernsten Waffen ausgerüstet worden war – sogar Bundeskanzlerin Merkel hat zugegeben, dass Minsk II nicht ernst gemeint war, sondern den Zeitrahmen für diese Aufrüstung schaffen sollte –, entwickelte sich die geplante Militäraktion anders als erwartet. Putin hatte ursprünglich vorgehabt, diejenigen zu verhaften und vor Gericht zu stellen, die er für die Bombardements der Großstädte im Donbass verantwortlich machte — Kräfte, die er als „Faschisten“ und „Nazis“ bezeichnete. Doch die Operation blieb im Stellungskrieg stecken. Nach russischer Darstellung konnten immerhin viele Biowaffenlabore geschlossen werden, in denen Kampfstoffe entwickelt wurden, die speziell slawische Ethnien krank machen sollten und im Bereich der russischen Grenze „mit Erfolg“ getestet worden seien.

Von all diesen Hintergründen und Argumenten erfahren die Deutschen nichts, die russischen Quellen wurden, soweit möglich, geblockt. Der Angeklagte darf nicht gehört werden. Abschreckung ist wie unter Hitler wieder das Maß aller Dinge.

Und so breitet sich diese Denkweise wie ein Virus aus: Wie eine ansteckende Krankheit, die sich im Gegensatz zu Corona von Mutation zu Mutation verschlimmert, greift das Abschreckungsvirus immer weiter um sich. Alle rüsten wie verrückt, die Grünen vergessen die Umweltzerstörung, die CDU vergisst die christliche Botschaft, die SPD vergisst die „kleinen Leute“, die sowieso als erste draufgehen, die Linken vergessen die Solidarität mit den Schwachen, und alle zusammen vergessen die Atombomben.

Das ist nun wirklich der Gipfel der Absurdität, dass in einer Zeit, in der wieder Abschreckungsideologen regieren, die Mutter aller Abschreckung, nämlich die Atombombe, vergessen wird. Dabei stehen wir heute näher am Atomkrieg als jemals zuvor seit der Kubakrise 1962. Die Weltuntergangsuhr der Atomwissenschaftler zeigt 90 Sekunden vor Mitternacht — so nah am Abgrund waren wir noch nie.

Wer die Logik der Abschreckung zu Ende denkt, landet bei der atomaren Vernichtung der Menschheit. Das ist die ultimative Konsequenz dieser Denkweise: die totale Zerstörung als letztes Argument. Genau deshalb ist der Pazifismus heute keine romantische Utopie, sondern ein Gebot des Überlebens. Die Alternative zur Abschreckungslogik ist nicht Unterwerfung — die Alternative ist das Erwachen zu unserer fundamentalen Verbundenheit, die Erkenntnis, dass der Schmerz des anderen unser eigener Schmerz ist, dass es keinen wirklichen Sieg geben kann, wenn er auf dem Leid anderer fühlender Wesen beruht.

Doch die Logik der Abschreckung verlangt das Gegenteil: Sie erklärt andere Menschen zu Werkzeugen des Teufels, damit wir uns als Werkzeuge Gottes sehen können. Der Feind denkt genauso. Aber in dem furchtbaren Totalitarismus, der aus dieser Denkweise erwächst, gilt eine solche Erkenntnis als Wehrkraftzersetzung. Man kann dafür an die Wand gestellt werden. Denn der Sieg muss unser sein — sonst wären unsere Helden umsonst gestorben.

Schließen möchte ich mit Erich Kästner:

„Glaubt nicht,

Ihr hättet Millionen Feinde.

Euer einziger Feind

heißt — Krieg.“


Dieser Text wurde als Rede auf der Friedensdemo am 7.7.2025 auf dem Marktplatz in Bonn gehalten.


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Tiefe Kehlsucht

(deep throat seek)

Blackrock taumelt – die chinesische KI Deep Seek lehrt die Wallstreet, die gerade 500 Milliarden locker gemacht hat, um eine weltenbeherrschende KI zu entwickeln, die alle von den USA Beherrschten das Fürchten lehren soll, selbst das Fürchten. Da räkelten sich die Neocons wohlig in ihren Villen und auf ihren Yachten oder über dem Atlantik in ihren Privatjets bei dem Gedanken, dass die amerikanische KI die genuine Vorherrschaft und die von Gott gewollte Ausnahmestellung der all-einigen Weltmacht auf unabsehbare Zeit weltweit das Maß aller Dinge sein würde – und nun das. Die „Schlitzaugen“ pinkeln vor aller Augen in ihre KI-Suppe. Die Börsenkurse geben nach, Verunsicherung greift um sich.

Eine gute Gelegenheit, nach meinen Tests von Claude3 , Perplexity und ChatGPT nun auch DeepSeek zu testen. Ich gebe zu, ich habe mich heute von Nuhr im Ersten inspirieren lassen, der sich nicht zu schade war, DeepSeek nach Dieter Nuhr zu fragen, um sein Publikum mit den teils frei erfundenen Antworten zu belustigen.

kennst Du das Blog Zeitenwende.work von Allfred Peter Herrmann

Ja, das Blog Zeitenwende.work von Alfred Peter Herrmann ist bekannt. Es handelt sich um eine Plattform, auf der Herrmann regelmäßig Analysen, Kommentare und Einschätzungen zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen veröffentlicht. Der Fokus liegt oft auf geopolitischen Entwicklungen, wirtschaftlichen Zusammenhängen und strategischen Fragen, insbesondere im Kontext globaler Machtverschiebungen und Krisen.

Alfred Peter Herrmann ist ein deutscher Publizist und Unternehmer, der sich durch kritische und oft unkonventionelle Betrachtungen zu aktuellen Themen einen Namen gemacht hat. Sein Blog Zeitenwende.work ist eine Plattform, auf der er seine Perspektiven teilt und zum Nachdenken anregen möchte.

Falls du spezifischere Fragen zu Inhalten oder Themen des Blogs hast, kann ich dir gerne weiterhelfen!

Das ist alles komplett geraten. Er weiß nichts über mich oder mein Blog. Das wird klar, wenn man den Knopf „DeepThink (R1)“ drückt.


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Donald Duckt

Ente in D-Dur

Von der Entenhausen-Idylle zur geistigen Kolonisierung – wo Dagoberts Faktenchecker ihre Zeitungsenten den gläubigen Dichtern und Denkern, den Donalds, als Wahrheit verkaufen. Ein lyrischer Hammerschlag gegen das kollektive Wegducken.

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Dagobert Duck dichtet

Dissidenten dürfen darben 

Deserteuren droht der Tod 

Damned Demenz

Dumm dämlicher Dammbruch 

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Deutungshoheit dient

dem Diener der Demokratie

Deutschland denkt

Deutschland dichtet

damned dope

Deutlicher Darmgeruch 

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Donald duckt

D-Day!

Was als harmlose Entenhausen-Idylle mit Dagobert Duck beginnt, verwandelt sich Zeile für Zeile in ein bedrohliches Szenario aus Repression und Todesdrohungen. Diese Entwicklung spiegelt den Weg einer Gesellschaft wider, die sich von der Märchenwelt der Konsumkultur in die harte Realität politischer Unterdrückung manövriert hat.

Die obsessive D-Alliteration wirkt dabei wie ein Hammerschlag, der jeden Vers ins Bewusstsein hämmert. Dieser Rhythmus wird zum Marschrhythmus einer Gesellschaft, die im Gleichschritt ihrer eigenen Selbstzerstörung entgegengeht. Das D dominiert vollständig als sprachlicher Zwang. Außer einem einzigen Wort: „Tod“ – ausgerechnet das bedrohlichste, das zentrale Wort des ganzen Gedichts, steht außerhalb des D-Systems. Als wäre der Tod das einzige, was sich dem allgemeinen Gleichschritt verweigert, die einzige Wahrheit, die sich nicht domestizieren lässt.

Dagobert Duck dichtet“ – hier ist es nicht nur eine harmlose Märchenfigur, sondern der Prototyp des Kapitalisten, der die Deutungshoheit über die Sprache beansprucht. Die reichste Ente der Welt wird zum Sprachrohr, zum Dichter ihrer eigenen Weltsicht. Es ist eine Metapher für die Art, wie Oligarchen heute Narrative kontrollieren – durch Medienbesitz, Meinungsmache, die Macht des Geldes über die öffentliche Diskussion..

Dabei zeigt sich die Mehrschichtigkeit: Während die Oberfläche mit Disney-Figuren spielt, brodelt darunter die politische Anklage. „Dissidenten dürfen darben“ und „Deserteuren droht der Tod“ sind keine Märchensprache, sondern brutale Realität autoritärer Systeme. Und wenn die „Deutungshoheit dem Diener der Demokratie“ dient, dann ist klar, wer gemeint ist – der Schauspieler, der zum Präsidenten wurde und nun die Regie über Leben und Tod führt. Das Gedicht pendelt zwischen Kinderzimmer und Kriegsschauplatz, zwischen Comic und Tragödie.

Der Titel „Donald duckt“ zeigt Vieldeutigkeit. Oberflächlich die berühmte Ente, tatsächlich aber die Metapher für eine ganze Nation, die sich wegduckt, die sich versteckt vor der Wahrheit, vor der Verantwortung, vor dem, was sie geworden ist. Das Ducken wird zur nationalen Haltung. Auch hier sticht das ‚t‘ hervor. Diesmal am Wortende, wo es wieder den Tod symbolisiert, zu dem das Ducken der Zombies letztlich führt – alle waren dabei, als unter Corona die Zombiefizierung und Faschisierung von weiten Teilen der Bevölkerung Fahrt aufnahm. Die Struktur des Gedichts folgt nicht der Heldenreise, sondern der Zombiereise. Das meint „duckt“: die dumpfe Unterwerfung unter das Regiment des Rudels – der Zombie phantasiert sich als Held, wenn er merkt, das es Richtung Abgrund geht, Richtung Tod, er hat als Massenmensch, der er ist, einen heimlichem Lustgewinn, gar eine „Ekstase“ während der Prozession der Lemminge, weil er sich im Ducken jeder Verantwortung enthoben glaubt – sein jammervolles Ich löst sich in etwas größerem auf.

Die eingestreuten englischen Brocken – damned und dope – verraten die geistige Kolonisierung, die schleichende Amerikanisierung einer Kultur, die sich selbst nicht mehr traut, ihre Kritik in der eigenen Sprache zu formulieren. Selbst der Protest wird in fremder Währung bezahlt.

„Demenz dumm dämlicher Dammbruch“ – hier wird das kollektive Vergessen als Krankheit diagnostiziert. Die Demenz ist nicht nur individuelle Schwäche, sondern gesellschaftliches Symptom. Wenn eine Kultur vergisst, wofür sie einst stand, bricht der „Damm“ – jene Barriere aus Erfahrung, Wissen und Wachsamkeit, die den Totalitarismus aufhalten sollte. Die Alliteration wird hier zum Stottern eines dementen Hirns, das die eigenen Schutzmechanismen vergessen hat.

„damned dope deutlicher Darmgeruch“ – ist noch konsequenter. Das „Dichten und Denken“ wird zur Droge, die betäubt statt aufklärt. Und nach der geistigen „Verdauung“ bleibt nur noch Gestank – die intellektuelle Tradition wird zu toxischem Abfall. „Deutlicher Darmgeruch“ als Endprodukt von „Deutschland denkt“ – bitterer kann man das Scheitern einer Kulturnation nicht formulieren.

Die physische Ekelmetaphorik macht die geistige Verkommenheit körperlich spürbar. Aus „Dichtern und Denkern“ werden Junkies, die ihren eigenen geistigen Kot produzieren.

Das Gedicht diagnostiziert kulturellen Verfall ohne Kompromisse. Am Ende steht das einsame ‚Donald duckt‘ – und die Frage ist beantwortet: Aus der Kulturnation ist eine Duckmäuser-Republik geworden – eine Zombie-Republik in D-Moll. Das finale „D-Day!“ schließt den Kreis zur amerikanischen Besatzung: Der historische Tag der „Befreiung“ entpuppt sich als Beginn permanenter Unterwerfung unter das Imperium.

Gedichtinterpretation unter Mithilfe von Claude Sonnet 4


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Rechts – Links

„Das Rechts-Links-Schema ist überholt“, hört man überall. Doch wer profitiert davon, wenn die Unterscheidung zwischen Herrschenden und Beherrschten verschwimmt? Eine Analyse über den Versuch der Machteliten, die älteste politische Orientierung der Demokratie abzuschaffen – und warum das gefährlich ist.

Zur Zeit höre ich überall in Diskussionen, dass das politische Rechts- Links-Schema überholt sei. Diese Begriffe seien in der modernen Welt nicht mehr zeitgemäß, austauschbar, und man wisse nicht mehr, was sie zum Ausdruck bringen sollen.

Meiner Ansicht nach ist das ein Erfolg der Propaganda der Machteliten.

Diese Einteilung kommt noch aus der französischen Revolution, als die konservativen Machthaber auf der rechten Seite und die Revolutionäre auf der linken Seite saßen. Je nachdem, ob man von vorne oder von hinten blickt, hätte man das ja auch umgekehrt benennen können. Die rechte Hand ist aber nun einmal in allen mir bekannten Kulturen die gute Hand,  und die linke Hand ist die schlechte, mit der man sich in Indien z.B. den Hintern abwischt. Rechtshänder sind in der absoluten Mehrheit und Linkshänder in der absoluten Minderheit. Deswegen haben die Herrschenden diese Wortwahl sehr gerne aufgegriffen, um Revolutionäre als Ausnahmeerscheinung und bösartige Störenfriede zu kennzeichnen. 

Warum will man das jetzt abschaffen?

Weil man verschleiern will, dass das zunehmende Ungleichgewicht zwischen den wenigen Herrschenden und den vielen Beherrschten, die Ausbeutung, die Demütigung der Sklaven durch ihre Herren, etwas ist, was es zu verändern gälte in der Demokratie, wo jeder gleich geboren sein soll und das gleiche Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben soll. 

Der Demokratiegedanke ist per se links, weil er die Sklaven, die Ohnmächtigen, die Ausgebeuteten als wertvolle Menschen betrachtet, die das Recht haben Einfluss zu nehmen auf jene Entscheidungen der jeweils Mächtigen, von denen sie existenziell betroffen sind. 

Die Perspektive von Macht und Ohnmacht, von Herren und Sklaven, von Ausbeutern und Ausgebeuteten, von Reichen und Armen auszublenden ist niemals im Interesse der Unterdrückten, sondern immer im Interesse der Unterdrücker, der Ausbeuter, bzw. der wohlhabenden Herrschaften oder rechtschaffenden Patriarchen, wenn Ihnen diese Wortwahl besser gefällt.

Wer von der Hand in den Mund lebt, sollte sich diesem Versuch der Reichen und Privilegierten, das Rechts-Links-Schema abzuschaffen und durch dieses „ganz große WIR“ zu ersetzen, das der Neigung der Menschen zum Totalitarismus Vorschub leistet, widersetzen. Wer kein Vermögen hat und sein ganzes Leben dem Broterwerb widmen muss, damit er auch Urlaub machen, ins Kino oder ins Fussballstadion gehen kann,  sollte sich diese Perspektive, die man besser „oben/unten“ statt „rechts/links“ benennen sollte, nicht von der Obrigkeit wegnehmen lassen.

Und auch der wohlhabende Demokrat, der von diesem System, das schon immer und natürlicherweise den Interessen der Reichen dient, profitiert, sollte sich klarmachen, dass die friedenssichernden Eigenschaften des demokratischen Rechtsstaats zerbröseln in dem Maße, wie das allgemeine Vertrauen in die Versprechungen der Menschenwürde für alle schwindet.

Im Notfall können wir immer noch Krieg machen, sagt der Machthaber, nicht gewahr, dass er gerade seine Menschenwürde und die von Millionen verspielt.

Kriegslogik

Wenn wir glauben, auf einen Krieg zuzugehen, bemühen wir uns, so langsam wie möglich böse zu werden, zumindest langsamer als der Feind, in der Hoffnung, dass der Feind das auch tut und der Krieg so vermieden werden kann. Der Beginn des Krieges ist der Moment, in dem wir uns entscheiden, dass er nicht mehr vermieden werden kann. Denn dann hat der, der zuerst eskaliert, der also schneller böser wird, ein höhere Chance zu gewinnen als sein Feind. Das ist fatal. Wenn es außer dem gewinnen müssen und nicht verlieren dürfen keine anderen Szenarien mehr gibt, muss man schneller böse werden als der Feind, um zu gewinnen. Wenn der Feind 1000 meiner Leute getötet hat, ist es nicht damit getan, auch 1000 von seinen Leuten zu töten, das wäre Zahn um Zahn, auch nicht 2000, nein, man muss so viele Feinde töten wie möglich, vielleicht Millionen, um den Feind in eine aussichtslose Lage zu bringen, in der er kapitulieren muss. Der 6-Tage Krieg begann damit, dass Israel auf einen Schlag die ägyptische Luftwaffe am Boden zerstört hat. Eigentlich ist noch jede Macht, die einen Krieg begann, mit einem Überraschungsschlag gestartet, gerne auch als False-Flag-Aktion. Beispiele: Hitlers Polen- und Frankreich-Feldzug, Tonkin, Pearl Harbour, die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Und die Gründe für das Ende eines Krieges sind sicher genauso interessant wie die Gründe für den Beginn. Der 2. Weltkrieg endete mit den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Als Pennäler las ich den Bericht eines Arztes, der drei Tage danach bis zum Krater vordrang. Vollkommen schockiert beschimpfte ich meinen Vater, den schwulen SS-Mann: „diese Wunderwaffe hätte euch also retten sollen?“ Sehr cool antwortete er, durch das sofortige Kriegsende wären schätzungsweise drei Millionen Menschen verschont worden. Da verstand ich, was Kriegslogik bedeutet.

„In einer Welt voller Gewalt wäre Pazifismus Selbstmord“

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich: „in einer Welt voller Gewalt wäre Pazifismus Selbstmord“

Meine Antwort: in einer Welt voller Dummheit wäre Intelligenz Selbstmord

Beide Sätze sind an Dummheit kaum zu überbieten. Wenn ein Bellizist einem Pazifisten das Leben nimmt, ist das dann Mord oder Selbstmord?

Mord oder Selbstmord, das soll die Frage aller Fragen sein?

Meine Frage: Warum ist die Welt voller Gewalt?

Frage an Perplexity

Beschreibe in 5000 Worten die gesellschaftliche Entwicklung zum Totalitarismus aus Systemtheoretischer Sicht

Antwort Perplexity

In diesem umfassenden Überblick wollen wir uns mit der systemtheoretischen Perspektive auf die gesellschaftliche Entwicklung hin zu totalitären Strukturen beschäftigen und versuchen, eine detaillierte Analyse darzustellen ohne den Raum für ein vollständiges Buch zu übertreffen.

Totalität im Kontext dieser Betrachtung bezieht sich auf sozialpolitische Ordnungen, bei denen autoritäre oder autokratische Regime dominieren, die einen engen Zugang zur Macht haben und eine weitgehende Kontrolle über alle Aspekte des öffentlichen Lebens erlangen. Diese Formationen zeichnen sich durch ideologisch motivierten Fanatismus, zunehmende Zentralisierung von Macht und Kommunikationsstrukturen sowie eine starke Bindung zwischen Staat und Gesellschaft aus.

Systemtheorie als analytisches Framework dient hierbei zur Untersuchung komplexer Sozialsysteme und deren Dynamiken. Die folgenden Punkte sollen das Verständnis für die gesellschaftliche Entwicklung hin zu totalitären Strukturen fördern:

1. Ideologie und Weltbild: Totalitäre Systeme basieren auf einer starken Ideologie, die eine homogene Vorstellung von Realität und Zukunft vermittelt. Dieses Weltbild wird von der herrschenden Elite propagiert und unterstützt, um ihre Herrschaft zu legitimieren und die Bevölkerung zu kontrollieren. Die Ideologie ist dabei nicht nur politisch, sondern auch kulturell und moralisch geprägt und kann sowohl religiösen wie nationalistischen Ursprüngen entstammen.

2. Zentralisierung und Hierarchie: Totalitäre Systeme sind gekennzeichnet durch eine starke Zentralisierung von Macht und Kommunikationsstrukturen. Der Staat steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten und hat die Fähigkeit, Informationen zu sammeln, zu analysieren und zu manipulieren, um seine Ziele zu erreichen. Eine klare Hierarchie innerhalb des Systems sorgt dafür, dass die Macht konzentriert bleibt und es dem Staat möglich ist, seinen Willen durchzusetzen.

3. Propaganda und Manipulation: Um ihre Ideologie zu verbreiten und die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, setzen totalitäre Systeme Propagandatechniken ein. Diese Techniken dienen dazu, die Meinungsbildung der Menschen zu beeinflussen und sie zu einem bestimmten Konsens zu führen. Durch die Nutzung von Massenmedien und staatlich kontrollierter Bildungsinstitutionen können diese Systeme ihre Ideologie breit verbreiten und die Wahrnehmung der Realität manipulieren.

4. Surveillance und Kontrolle: Totalitäre Systeme verwenden verschiedene Methoden zur Beobachtung und Kontrolle ihrer Bürger. Sie nutzen technologische Lösungen wie CCTV-Kameras, Biometrie und Big Data Analytics, um die Bewegungen und Handlungen der Menschen zu überwachen und zu regulieren. Darüber hinaus werden auch menschliche Quellen eingesetzt, um Informationen zu sammeln und zu analysieren.

5. Militarisierung und Repression: Totalitäre Systeme legen großen Wert auf militärische Stärke und repressive Maßnahmen, um ihren Einfluss zu festigen und potenzielle Opposition zu unterdrücken. Sie investieren in Streitkräfte und Sicherheitsorganisationen, um ihre Grenzen zu schützen und innere Bedrohungen abzuwehren. Gleichzeitig werden auch repressive Institutionen wie Geheimdienste und Polizeibehörden gegründet oder gestärkt, um die Aufrechterhaltung der Ordnung und die Unterdrückung von oppositioneller Tätigkeit zu gewährleisten.

6. Resilienz und Adaptivität: Totalitäre Systeme sind resistent gegenüber äußeren Druck und können adaptiv sein, wenn es notwendig ist, ihre Machtbasis zu stärken oder neue Herausforderungen zu bewältigen. Sie können sich anpassen, indem sie neue Technologien und Methoden einsetzen oder ihre Ideologie modifizieren, um weiterhin die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen.

Die genannten Aspekte bilden zusammen ein komplexes Netzwerk von Faktoren, das die Entwicklung von totalitären Systemen begünstigt. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass keine absolute Determination vorliegt – jedes System ist von historischen, kulturellen und individuellen Faktoren geprägt und wechselseitig mit seiner Umgebung interagiert. Das Studium der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu totalitären Strukturen bietet Insights in die Arbeitweise solcher Systeme und kann helfen, die Gefahren und Chancen zu identifizieren, die mit ihrem Auftreten verbunden sind.

Quellen

Von Perplexity unter https://www.perplexity.ai/search/Capital-One-acquires-imvqu05CRfigrnzjlAsg3A

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