Norbert Bolz bekommt Besuch vom BKA. Sein Vergehen: Er machte sich über „Deutschland erwacht“ lustig. Zeit für eine Sprachbereinigung – fangen wir mit der Autobahn an.
Der – bis dato – deutsche Vorzeigeintellektuelle Norbert Bolz kommentierte damals im Januar 2024 die TAZ Schlagzeile „Deutschland erwacht“, mit der das AfD-Verbotsverfahren gefeiert wurde, ironisch so: „Gute Übersetzung von ‚woke‘: Deutschland erwache!“
Deshalb wurde er nun bei der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) beim Bundeskriminalamt denunziert wegen „Verwendung einer verbotenen NS-Parole“. Was ihm nun am 23. Oktober 2025 eine Hausdurchsuchung einbrachte.
Das sind schon lange keine Einzelfälle mehr. Jedes Mal, wenn sowas passiert, denke ich, jetzt haben sie aber überzogen mit ihrer Einschüchterung, jetzt muss es ja der letzte merken, wo es bei uns hingeht. Bolz ist ja nicht mal ein Dissident, er ist nur ein kritischer Denker, der sich immer treu geblieben ist, was heißt, dass er sich seinen Qualitätsanspruch weder von rechten noch von linken Grobianen beschädigen lassen wollte. Der Mann argumentiert! Er kuschte nicht, gab nicht klein bei und ging das klassische Risiko des Intellektuellen ein, für das sehr viele Vorgänger vor ihm, ich denke z. B. an Emile Zola, einen hohen Preis bezahlten. Da drohte – und droht noch immer – die Vernichtung der Existenz!
Wenn ich die enorme Reichweite eines Norbert Bolz hätte, müsste ich mich wohl, nach allem, was in meinem Blog zeitenwende.work zu lesen ist, warm anziehen. So eine Hausdurchsuchung ist kein Spaß! Ich habe das schon mal erlebt, im Deutschen Herbst, in der bleiernen Zeit 1977. Fünfzig zivile und fünfzig uniformierte „Bullen“ umstellten unsere 10-Zimmer-Haus-WG, verbrachten alle in das kleinste Zimmer, wo wir 3 Stunden unter einer entsicherten Maschinenpistole ausharren mussten, bis sie alles, was irgendwie nach Geschriebenem oder Fotografiertem aussah, mitgenommen hatten. Ein halbes Jahr später kam dann der Brief von Generalbundesanwalt Rebmann, ohne Entschuldigung. Der Grund sei gewesen, dass in unserem Haus mal der RAF-Anwalt Kornfeld gewohnt habe – den kannte von uns niemand, und ausserdem hätte man unser Telefon ein Jahr abgehört. Die Protokolle hat aber offenbar niemand gelesen – sonst hätte auffallen müssen, dass wir harmlose Hippies waren.
Wie könnte ich die Staatsmacht gnädig stimmen? In vorauseilender Unterwerfung gestehe ich, dass ich schon oft nationalsozialistische Formulierungen in meiner grenzenlosen Naivität benutzt habe. „Alles für Deutschland“ zwar nicht, aber z. B. „Autobahn“, „Kulturschaffende“, „Sonderbehandlung“, „Betreuung“, „Volk“, „Entartet“. Um das wieder gut zu machen, und mich auf der richtigen Seite der Geschichte wiederzufinden, schlage ich vor, die „Autobahn“ umzubenennen in „Highway“. Jeder, der vor der Wende geboren ist, weiß, dass die „Autobahnen“ untrennbar mit Hitlers Aufstieg verbunden sind. Die Autobahn war das Propaganda-Meisterwerk des Regimes – obwohl kaum jemand ein Auto besaß, um darauf zu fahren. Das A-Wort sollte zum Unwort des Jahres gekürt werden.
Neulich kam ich an einem Altenheim vorbei. Ich erkannte es daran, dass in großen Leuchtbuchstaben „Senior Living“ darauf geschrieben stand. Offenbar „zieht“ der angelsächsische Begriff mehr als das schnöde „Altersheim“, was nicht einmal nationalsozialistisch vorbelastet ist.
Jeder, der „Autobahn“ sagt statt „Highway“, steht in Zukunft im Anfangsverdacht, mit den „Rechten“ zu sympathisieren. Und darf, zu seinem eigenen und unser aller Bestem, bei der Zentralen Meldestelle im Internet (ZMI) angezeigt werden.
Aber ein Problem hab ich noch, was mir Kopfzerbrechen bereitet: „Deutschland muss kriegstüchtig werden“ – das hat doch nicht nur der Deutsche Verteidigungsminister in letzter Zeit mehrmals wiederholt, sondern auch Propagandaminister Goebbels im 2. Weltkrieg. Unter anderem in der Rundfunkrede vom 26. Juli 1944 nach dem Hitler-Attentat. Das Zitat lautet dort:
„Ich verspreche dem deutschen Volke, nichts unversucht zu lassen, um in wenigen Wochen die Heimat in jeder Beziehung kriegstüchtig zu machen.“ Es wurde eine nationalsozialistische Parole. Ein hochgebildeter deutscher Minister muss das doch wissen. Ich verspüre nun eine gewisse schmerzhafte kognitive Dissonanz.
Um die zu lindern, habe ich in den sozialen Netzwerken nach Statements und Einordnungen gesucht, die geeignet wären, meinen Blickwinkel so zu weiten, dass dieser schmerzhafte Widerspruch sich als das erweist, was er ist, ein Scheinwiderspruch.
Wer sucht der findet. Ein gewisser Nadagain hat vor 8 Monaten hier gepostet: „Das eine ist eine SA-Parole, das andere eine Notwendigkeit.“
In meiner politischen Kurzsichtigkeit habe ich mal wieder übersehen, dass das Handeln unserer Regierung von „Notwendigkeiten“ bestimmt wird, also alternativlos ist.
Ganz sicher war auch die Durchsuchung des Hauses von Norbert Bolz „alternativlos“. Wenn wir die Sprache und Wortwahl unserer Intellektuellen nicht überwachen und reinigen von schlechtem Gedankengut, dann droht Wildwuchs und Chaos, dann steigen wir ab aus der Oberliga und landen irgendwann auf dem Bolz-Platz.
Eine Reflexion über Unbestechlichkeit in der Moderne
Das chinesische Wort für Deutschland bedeutet übersetzt: Land der Tugend.
Die sogenannten Deutschen Tugenden, das ist nicht nur Fleiß, nein, auch Wahrhaftigkeit, Mut, Disziplin und insbesondere Unbestechlichkeit führen derzeit — in der Zeitenwende — ein Schattendasein. Verrückt, dass ausgerechnet kriegerische Politiker in ihrer Werbung für Kriegstüchtigkeit die im Grunde zeitlose Attraktivität der Tugenden missbrauchen für ihre geopolitische Agenda, denn diese Politiker sind gerade ein Musterbeispiel für Bestechlichkeit, Verlogenheit und Disziplinlosigkeit. Als die Moderne in den American Way of Life mündete, in „Genuss ohne Reue“, in „Carpe Diem“, in „nach mir die Sintflut“, in „wenn ich’s nicht mache, macht’s ein anderer“, ersetzte in dieser modernen Beliebigkeit fortan der erzielbare Genuss den Schweiß im Angesicht. Nur der Krieg scheint mit Blood, Sweet and Tears die Tugenden zu erzwingen. Das wäre allerdings das größte denkbare Missverständnis. Denn der Krieg ist das Ergebnis von Untugend und bringt jede Untugend zu ihrer äußersten Ausformung.
Ich sag es gleich: Ich bin ein Fäään von Lafontäään. Lafontaine hat damals, bei seiner Kanzlerkandidatur 1990, den Deutschen die Wahrheit über die Kosten des Anschlusses der Ost-Länder gesagt. Das wollte aber niemand hören – sie wollten die „schnelle Mark“. Kohls Wechselkursangebot Eins-zu-Eins hat die Ostdeutschen bestochen und somit indirekt die im Grundgesetz vorgesehene Möglichkeit einer neuen Verfassung, die Lafontaine bevorzugt hätte, zum Scheitern verurteilt. Lafontaine, dessen bundespolitische Laufbahn mit der Verehrung Willy Brandts begann, wäre der Richtige gewesen, die Friedensdividende von Brandts Ostpolitik in unumkehrbare Formen zu gießen. Weil er, wie Brandt, Bestechlichkeit verachtete. Dafür, dass er reinen Wein einschenkte, wurde er bestraft – die 90er wurden zum Parforceritt der neoliberalen Bestechlichkeit.
Die vergessene Kultur der Verehrung
In asiatischen Gesellschaften – ich kenne mich nur mit der indischen und der tibetischen etwas aus – findet man noch so etwas wie die Verehrung der Älteren. Das alleine klingt in den westlichen, aufgeklärten Gesellschaften schon idiotisch, wenn nicht gar zurückgeblieben. Im Gegensatz zu unserer Fan-Kultur, in der wir für Stars jedweder Art, seien es Sportler, Künstler oder Politiker, nur Bewunderung übrig haben, gibt es dort die „Ehre“ noch, die im Westen in der sogenannten Aufklärung auf der Strecke geblieben ist. Bei dem Wort „Ehre“ denken wir an die alten Rittersleute, Duelle, Orden, „Jubelperser“ und die Weltkriege, in denen Ehre und Vaterland zusammen mit Nationalismus und Exzeptionalismus den Boden düngten, auf dem diese Kriege erst möglich wurden.
„Du sollst Vater und Mutter ehren“ – die tiefe Weisheit dieses Ratschlags aus den „Zehn Geboten“ wird hierzulande zusammen mit den christlichen Kirchen auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Dabei hat das Konzept der „Verehrung“ nur positive Aspekte, sowohl für den Verehrten als auch für den Verehrenden. Jede Art von Ehre ist untrennbar mit Tugenden verbunden, die sich in jeder Gesellschaft herausbilden, denn nur wenn ein gewisses Maß an Tugenden in der Gesellschaft blüht und gedeiht, kann sich jedes Mitglied wohlfühlen und hat Lust, in seiner Funktion gedeihlich am Allgemeinwohl mitzuwirken.
Der Verehrende fühlt etwas Heiliges im Angesicht der Weisheit eines Älteren, dessen Vorbild er nachstreben will, weil dieser mit seiner ganzen Person, mit Körper, Sprache und Geist für eine Tradition steht, die das Wohl der Gesellschaft seit Alters her sichert und beschützt. Er sieht sich als Schüler, der vom verehrten Lehrer nicht nur Wissen und Fähigkeiten erwirbt, um im Lebenskampf zu bestehen, sondern auch – und vor allem – eine Weltanschauung, eine Lebensphilosophie, ein Menschenbild, das ihm ermöglichen soll und wird, glückliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufzunehmen.
Um dieses Gefühl der Verehrung, dieses durch und durch positive Gefühl, aufzubauen, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein. Der verehrte Lehrer muss ein guter Mensch sein, das heißt, er muss seinen Egoismus, seinen Narzissmus vollkommen aufgegeben haben, was der Schüler im direkten Umgang jederzeit feststellen kann – der Lehrer antwortet auf Beleidigungen, Schmähungen oder böswillige Schädigungen nicht mit Hass und Selbstbehauptung, sondern agiert geschickt und besänftigend – was dem Schüler nicht nur Bewunderung abnötigt, sondern eben auch das heilige Gefühl der Verehrung aufsteigen lässt.
Der Verehrte muss durch alle menschlichen Höhen und Tiefen gegangen sein, um diese Unerschütterlichkeit zu erreichen. Das Wohl aller Wesen ist ihm höchste Maxime. Er weiß, dass nur diese Haltung auch sein eigenes Lebensglück bedingt und dass er nur dadurch am Ende seines Lebens zufrieden und entspannt die Augen schließen kann. Denn er hat seinen Auftrag erkannt und bestmöglich ausgeführt.
In den genannten asiatischen Gesellschaften ist der „Guru“, zu deutsch „Lehrer“, ein fester Bestandteil des täglichen Umgangs. Die Gesten der Verehrung – „betende Hände“ als Begrüßung (Namaskaar, Namaste), Verbeugung, Niederwerfung – sind nicht Zeichen der Unterwerfung, sondern der Verehrung. Der Guru verbeugt sich ebenfalls, wirft sich genauso nieder wie der Schüler: er hat den göttlichen Ursprung aller Wesen erkannt.
Vom Geistwesen zur Konsummaschine
Was heute als Moral gilt, ist oft nur der Versuch, anderen die eigenen Maßstäbe von Gut und Böse aufzuzwingen. Zwischen einer solchen herrschenden Moral und authentischem Gutsein klafft jedoch ein Abgrund.
Leider muss man sagen, dass auch im ferneren Osten die Grenze zwischen Unterwerfung und Verehrung ins Rutschen, ins Fließen gekommen ist. Es ist schon erstaunlich genug, dass es Gesellschaften gibt, die nur durch Herzensbildung ihrer Mitglieder, fast ohne Zwang, ein friedliches, lustvolles und kreatives Leben ermöglichen – die Versuchung des Egoismus, des Lügens, Stehlens, Intrigierens usw. ist grundsätzlich sehr stark, das weiß jeder, der einmal ein Volks-Theaterstück von Johann Nestroy erlebt hat –, aber seit dem Aufkommen des Materialismus im Zuge der europäischen Aufklärung, die den Menschen nicht mehr als Entdecker und Bewahrer ewiger Werte sieht, die nur durch Entwicklung jener Tugenden bewahrt werden können, sondern als soziale Bedürfnis-Maschine, die gut geölt sein will, gilt die Anfachung und Lenkung des Konsums als Ultima Ratio der politischen Klasse.
Der Mensch ist im materialistischen, naturwissenschaftlich gestützten Weltbild kein Geistwesen mehr, dessen Geist in höchster Selbsterkenntnis ein Spiegel des Heiligen Geistes ist, sondern ein Herdentier, ein Säugetier. Die Elite sieht ihre Aufgabe darin, durch „artgerechte Menschenhaltung“ (s. Franz M. Wuketits 2012) eine gewisse Zufriedenheit der Bevölkerung sicherzustellen. Durch die Unwiderstehlichkeit des „American Way of Life“ in der Globalisierung gilt dies inzwischen nicht nur für die westlichen Völker und ihre Eliten, die durch ungeheuren Fortschritt in Technik und Wissenschaft reich und mächtig geworden sind, sondern auch für tausendjährige Kulturen, deren Stabilität sich auf Einfachheit, Wahrheit, Schönheit gründete, welche unmittelbar ein Ausfluss jener Tugenden war, die die Älteren den Jüngeren, die Lehrer den Schülern, die Wissenden den noch Unwissenden beibrachten.
Die artgerechte Menschenhaltung beruht zuallererst auf Bestechlichkeit. Im Kapitalismus ist vor allem der bestechliche Bürger ein guter Bürger. Aus Sicht des Kapitals ist vor allem der bestechliche Politiker ein guter Politiker. Ist diese Denkweise — Zuckerbrot — allgemein akzeptiert, kann auf die Peitsche verzichtet werden, die behält man für Notfälle, für den Ausnahmezustand, in der Schublade. Die artgerechte Menschenhaltung kann elegant über Geldfluss – Meinungsmanagement, kognitive Kriegführung – gesteuert werden. Diese selbsternannten Eliten, für die Kardinaltugenden Schnee von gestern sind und bestenfalls für Sonntagsreden taugen, definiere ich wie folgt: sie verfügen über Banklizenzen, also das Monopol der Geldschöpfung, und das wird ihnen so leicht kein Habenichts oder Bitcoin-Apologet aus der Hand schlagen.
Lafontaine gegen Fischer: Unbestechlichkeit gegen Opportunismus
Lafontaine war aus einem anderen Holz geschnitzt. Ich erinnere mich lebhaft an seine Fernsehduelle mit Heiner Geißler im Zuge seiner Kanzlerkandidatur 1990. Auch Heiner Geißler war aus einem anderen Holz geschnitzt. Geißler hatte bei den Jesuiten, einem katholischen Elite-Orden, Lafontaine in einer katholischen Klosterschule bzw. dem bischöflichen Cusanuswerk Bestechlichkeit verachten gelernt. Man kann über die Jesuiten sagen, was man will, aber die Kardinaltugenden standen hoch im Kurs. Joschka Fischer hingegen, wie ich Jahrgang 1948, der Lafontaine einmal als den intelligentesten Politiker bezeichnete, dem er je begegnet sei – da war er mit ihm in der Regierungskoalition –, ist für mich das Paradebeispiel für schmierige Bestechlichkeit: in einem Fernseh-Zweiteiler, der den Ehrgeiz hatte, ihm auf den Grund zu gehen, schaffte er es, seine schmierige Bestechlichkeit zuzugeben und gleichzeitig als bewundernswerte Charaktereigenschaft eines „Großen“ auszugeben.
Was die Bestechlichen – ich meine nicht die Erpressten, nicht diejenigen, die sich Unbestechlichkeit schlicht nicht leisten können –, und noch mehr die Lügner und Betrüger, immer unterschätzen, ist, dass ihre intriganten Strategien, von denen sie glauben, dass sie für ihren Erfolg unabdingbar sind, ihr Selbstwertgefühl untergraben. Das Selbstwertgefühl, der Parameter für psychische Gesundheit Nummer eins, geht baden. Jede Lüge schwächt das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und das Vertrauen in das Leben schlechthin. Warum sollte ein authentischer Mensch voller Selbstvertrauen lügen? Lediglich das Vertrauen in die eigene diabolische Intelligenz wird gestärkt. In dem Maße, wie das zweite Vertrauen das erste, das auf den Tugenden beruht, ersetzt, entwickelt sich eine narzisstische, manipulative Persönlichkeit, die zwar über hohe Intelligenz verfügen kann – der Schurke im James-Bond-Film ist immer hochintelligent –, aber die Verzweiflung über die eigene Schlechtigkeit, die sich nie ganz verdecken lässt, muss zunehmend durch Machterwerb kompensiert werden. Der Mächtige kann nicht ganz falsch liegen, Gott scheint mit ihm im Bunde zu sein.
Trauma als Schlüssel zum Verständnis
Aber da liegt er ganz falsch. Er ist mit Luzifer im Bunde! Mit Mephisto! Gerade wir Deutsche, denen Goethes Faust in die Wiege gelegt wurde, müssen über Bestechlichkeit noch mal neu nachdenken. Und darüber, ob der Mangel an Selbstachtung, Selbstvertrauen und Vertrauen schlechthin nicht schon viel früher eingesetzt hat. Wie viele von uns wurden schon in der Kindheit durch Lieblosigkeit und Misstrauen traumatisiert? Es handelt sich um eine massenhafte psychische Störung mit Wiederholungszwang. Eine verzerrte, negative Wahrnehmung der sozialen Umwelt ist die Folge. Wenn ich mich beim Lügen und Betrügen ertappe und den anderen, den „Feinden“, die Schuld gebe, sollte ich einen Moment innehalten und mich fragen, ob ich selbst ein Teil des Problems bin.
In der Zeitenwende, in der wir uns befinden, in diesem Epochenbruch, wird es darauf ankommen, wie viele Menschen erkennen, dass in der Krise eine fundamentale Entscheidung gefordert ist: will ich Teil des Problems oder Teil der Lösung sein? Mit jeder Lüge und Selbstlüge zementiere ich mich als Teil des Problems. Habe ich den Mut, mich auch schmerzhaften Wahrheiten zu stellen? Für Schopenhauer war die Neigung des gewöhnlichen Menschen zum Betrug und Selbstbetrug unausrottbar. Aber er kannte die heutige Trauma-Therapie-Forschung nicht.
Teil der Lösung werden
Also: nur Mut! Lasst uns Teil der Lösung sein! Wann immer wir Bestechlichkeit, Betrug, Raffgier, Feindseligkeit begegnen, verstehen wir das als Trauma-Folgen und nehmen es als Herausforderung, unser eigenes Trauma der Ungeliebtheit ad acta zu legen, indem wir der Wahrheit die Ehre geben. Auch wenn sie schmerzlich ist. „Lügen brüten Unheil, Wahrheit macht gesund“! So der Titel eines Kapitels in „The Gift of the Spirit“, Prentice Mulford 1898.
Die narzisstischen Lügengebäude führen in die ausuferndste aller psychischen Krankheiten: die Paranoia. Das charakteristische — und tragische — daran: sie ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Krankhaftes Misstrauen führt zu Handlungen, die Reaktionen provozieren, die wiederum das Misstrauen gerechtfertigt erscheinen lassen. Der Ausgangspunkt ist fehlende Selbstachtung und allgemeines Misstrauen. Das Drama nimmt seinen Lauf. Am Ende bringen sich alle gegenseitig um. Ungezählte Theaterstücke und Krimis, die einen warnend, die anderen lakonisch, schlagen uns damit in ihren Bann. Der erste Schritt als Teil der Lösung wäre, keine Eintrittskarte mehr zu lösen, wenn aus diesem Theaterstück Ernst wird. Wenn nicht mehr mit Platzpatronen geschossen wird. Weil Paranoia ansteckend ist, sollte man sich fernhalten. Ein Meter fünfzig reicht nicht.
Wir sind vielleicht viele, die so denken. Im Ernstfall folgen wir dem Ratschlag Ernst Jüngers und treffen uns im Wald. Dort werden wir uns daran erinnern, dass es einmal Politiker wie Lafontaine gab, die Bestechlichkeit verachteten. Und vielleicht werden wir erkennen, dass nicht er gescheitert ist, sondern eine Zeit, die seine Tugenden nicht zu schätzen wusste. Das ‚Land der Tugend‘ wartet darauf, wiederentdeckt zu werden.
B B B – so beginnt das Alphabet der deutschen Meinungsmache. „Brigitte Bardot bumsen“ hielt ich in jungen Jahren noch für Satire – naive Zeiten, in denen Alliterationen und Fäkalhumor als Gipfel des Witzes galten. Aber spätestens bei Bonn / Baden-Baden / Berlin wird es ernst. Diese drei Städte prangen auf meiner Visitenkarte – berufliche Stationen zwischen Rhein und Spree, zwischen Regierungsvierteln und Medienlandschaften. Genug Zeit und Gelegenheit also, um zu beobachten, wie hier der Kampf um die Deutungshoheit zwischen echten Satirikern und bloßen Giftspritzern tobt.
Das Trio Infernale der deutschen Medienwelt – Bosetti, Böhmermann, Broder – liefert täglich Anschauungsunterricht dafür, wie dünn die Grenze zwischen beißendem Witz und billiger Polemik sein kann. Sarah Bosetti etwa klassifizierte Impfverweigerer kurzerhand als „Blinddarm, der weg kann“. Jan Böhmermann feierte seinen endgültigen Durchbruch mit der poetischen Würdigung des türkischen Präsidenten als „Ziegenficker“. Und Henryk Broder befand über Greta Thunberg: „Eine seelisch gestörte Göre, die von ihren Eltern missbraucht wird.“
Moment mal – ist das noch Satire oder schon Cybermobbing mit Öffentlich-Rechtlichen Sendeplatz?
Die Unterscheidung ist eigentlich simpel: Echte Satiriker betreiben konstruktive Kritik. Sie kontextualisieren, entlarven Manipulationen und halten der Gesellschaft den Spiegel vor – manchmal schmerzhaft, aber immer mit dem Ziel der Aufklärung. Giftspritzer hingegen praktizieren destruktive Kritik. Ihr Handwerk ist die Rufschädigung, ihr Publikum der Mob, ihre Währung der Shitstorm.
Wo Satire zum Nachdenken anregen will, zielt die Giftspritze aufs Niedermachen. Wo Humor Brücken baut, reißt Häme Gräben auf. Wo der Satiriker das System kritisiert, greift der Giftspritzer die Person an.
Das Problem unserer Zeit: Die Grenzen verschwimmen. In einer Gesellschaft, die den Like-Button für ein Argument hält und den Retweet für einen Beleg, mutiert jeder Besserwisser zum Comedian und jeder Comedian zum Tribunal. Das Publikum applaudiert, solange die „richtige“ Seite getroffen wird.
Dabei wäre die Unterscheidung so einfach: Satiriker wollen die Welt verstehen, Giftspritzer wollen sie vernichten. Die einen dekonstruieren Macht, die anderen konstruieren Hass. Satiriker fragen „Warum?“, Giftspritzer schreien „Weg damit!“
Vielleicht sollten wir uns öfter fragen: Lachen wir noch über etwas – oder schon über jemanden? Denn zwischen diesen beiden Präpositionen liegt der ganze Unterschied zwischen Kunst und Kunstfehler.
B B B – am Ende bleibt die Frage: Wer von den Dreien ist Satiriker, wer Giftspritzer? Die Antwort überlassen wir dem geneigten Publikum. Denn nichts ist demokratischer als das Recht auf die eigene Meinung – und nichts gefährlicher als das Recht auf die eigene Wahrheit.
Wir leben in einer Zeit der erleuchteten Dummheit – LED-bestrahlt, moralisch aufgeladen, aber ohne Verstand. Wer glaubt, mit E-Autos und Alu-Partikeln die Welt zu retten, irrt nicht nur – er zerstört blind das, was er retten will. Dieser Text ist ein Aufruf an die letzten Zweifler, an die Denker im Nebel des kollektiven Wahns. Wer ihn liest, wird sich fragen: Bin ich Teil der Lösung – oder Teil des Problems?
Niemand will ein schlechter Mensch sein.
Doch wie viele wagen es, die Konsequenzen ihres Handelns wirklich zu durchdenken?
Die meisten halten sich für gut – weil sie brav mitmachen. Weil sie glauben, was alle glauben. Weil sie LED-Lampen benutzen und einen SUV mit E-Kennzeichen fahren. Weil sie brav Maske getragen, sich impfen lassen, ukrainische Fahnen gepostet und CO₂-neutralen Hafermilch-Cappuccino getrunken haben. All ihre Fahrzeuge fahren jetzt auch bei Sonnenschein mit LED Festbeleuchtung.
Doch Gutsein ist kein Gefühl. Gutsein misst sich an Wirkung. Und die Wirkung dieser selbstgerechten Masse ist verheerend.
Wir sind umgeben von einer Religion des Fortschritts, in der „Klimaschutz“ ein Glaubensbekenntnis ist – kein Konzept, keine Diskussion. Zweifel gilt als Ketzerei. Wer fragt, wird verfolgt. Wer nachrechnet, wird beschimpft.
Die heilige LED? Produziert unter Bedingungen, die CO₂ in Größenordnungen ausstoßen, die jede Glühbirne erblassen lassen.
Der neue Stromer? Batterien, deren Fertigung gewaltige Mengen Ressourcen und Energie verschlingt – und das CO₂-Konto über Jahre ins Minus reißt.
Der saubere Umbau der Infrastruktur? Ein kolossaler CO₂-Ausstoß, über den niemand spricht.
Wirklich niemand rechnet das durch. Warum auch? Zweifel ist verdächtig. Kritik ist rechts. Skepsis ist asozial.
Und wer skeptisch fragt, ob nicht vielleicht das Artensterben – verursacht durch systematische Umweltvergiftung – das eigentlich größere Problem ist, bekommt dieselbe Antwort: „Du störst. Halt den Mund.“
Mikroplastik? Reifenabrieb? Nanopartikel, die sich durch Plazenta und Blut-Hirn-Schranke fräsen? – Kein Thema.
Stattdessen: Klima. Klima. Klima.
Und da beginnt das wirklich Groteske. Da stehen sie – die Festbeleuchteten –, überzeugt, das Richtige zu tun. Sie halten ihre Lichter für Aufklärung, doch sie strahlen nichts als Ignoranz. Sie vertreiben den Teufel mit Licht, wie im Mittelalter. Nur dass der Teufel heute Zweifel heißt.
Und dann kommt der große Wurf: Geoengineering. Aluminium in der Atmosphäre. Sonne dimmen. Welt retten.
Manche munkeln, es gehe gar nicht mehr ums Retten, sondern ums Reduzieren – auf zwei Milliarden. Eine Menschheitsdiät im industriellen Maßstab. Absurd? Vielleicht. Aber wer garantiert, dass es nicht längst läuft?
Wer profitiert? Wer baut die Alu-Fabriken? Wer glaubt, mit dem Klima zaubern zu können, ohne zum Zauberlehrling zu werden?
Und wer leidet? Immer die Gleichen. Die Vielen. Die ganz normalen, liebevollen, hoffnungsvollen Menschen, die einfach in Ruhe leben wollen. Sie zahlen den Preis. Mit Einsamkeit. Mit Krankheit. Mit Verzweiflung.
Und was tun wir? Nichts. Wir glauben weiter, was alle glauben. Weil alle es glauben. Die Medien sagen es. Die Experten sagen es. Die Regierung sagt es.
Das ist nicht Dummheit. Das ist kollektive Regression. Eine Massenverblödung mit Zertifikat. Und niemand merkt’s. Denn gute Propaganda ist unsichtbar. Schlechte erkennt man. Gute funktioniert.
Was bleibt?
Ein kleiner Rest, der nicht mitspringt, wenn alle in den Bach springen.
Die digitale Rundumüberwachung verspricht Sicherheit, doch sie schafft das Gegenteil: Eine Gesellschaft unter permanenter Beobachtung verletzt systematisch die Menschenwürde und erzeugt jene Gewalt, die sie zu verhindern vorgibt. Während die NSA längst jeden Internetklick speichert, werden Bürger durch KI-gestützte Wahrscheinlichkeitsrechnung zu potentiellen Verbrechern abgestempelt – präventive Verbrechensbekämpfung, die die Menschenwürde mit Füßen tritt. Und vorgeschoben ist — denn letztlich geht es um die Macht des Imperiums.
Ich bin ein EDEKA-Laden-Kind.
Und mein Vater, der EDEKA Kaufmann und Deutscher Jugendmeister im Hammerwerfen 1935 war ein Machtmensch. Ich hatte ihn schon als Pennäler (in den 60er Jahren) im Verdacht, unser Haus verwanzt zu haben.
Die Macht-Menschen stehen total auf Total-Überwachung. Angeblich, um Verbrecher aus dem Verkehr zu ziehen. Wenn ein Verbrechen geschehen ist, fragen sie aber nicht, ob Totalüberwachung es hätte verhindern können. Falls die Bevölkerung sich sträubt, wie Verbrecher behandelt zu werden, lassen sie ein Verbrechen geschehen oder begehen es sogar selbst, um die Totalüberwachung zu legitimieren.
Die Geschichte zeigt, dass Behörden durchaus bereit sind, Gewalt zu inszenieren oder geschehen zu lassen. Hier nur zwei Beispiele: Operation Northwoods (1962) sah vor, Terroranschläge gegen US-Bürger zu inszenieren und Castro die Schuld zu geben. Das FBI-Programm COINTELPRO führte systematisch Operationen durch, die in der Ermordung von Aktivisten wie Fred Hampton gipfelten.
Es wird unter Totalüberwachung mehr und schlimmere Verbrechen geben. Besonders Amokläufe und Selbstmordattentate werden zunehmen.
Warum? Die Menschenwürde des Überwachten wird verletzt. Er weiß nicht genau, wann, wo und wie er beobachtet wird. Er hat kein Mittel, sich zu wehren. Die Überwachung dient vordergründig seinem Schutz, in Wahrheit allein der Kontrolle. Der Überwacher ist nicht sichtbar, nicht ansprechbar, nicht rechenschaftspflichtig. Es handelt sich um ein systemisches Machtgefälle, das die Menschenwürde fundamental verletzt. Und zwar strukturell — nicht durch individuelles Fehlverhalten, sondern durch die Struktur selbst — und einseitig — wegen der Ohnmacht des Überwachten. In dieser toxischen Beziehung ist er „kein Zweck an sich selbst“ (Kant), hat keine Kontrolle über die eigene Darstellung, wird reduziert auf ein Objekt der Verwaltung, Kontrolle, Technik. Er ist bloß noch Datenpunkt, Risiko, zu überwachende Variable – nicht mehr Subjekt.
Dies führt zu Verlust von Selbstwirksamkeit, oft erste Stufe von Depression. Zu dem Gefühl, nicht mehr dazu zu gehören. Menschen, die sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft fühlen, werden entweder stumm – oder explosiv. Das subjektive Empfinden, gedemütigt, entblößt und ausgeliefert zu sein, ist ein starker Gewaltfaktor. Viele Amokläufer oder Attentäter haben das Gefühl, nicht mehr gesehen zu werden als Mensch, sondern nur noch als störendes Element. Die Gewalt erscheint dann als letzter Weg, Würde zurückzuerlangen – paradox, verzweifelt, tragisch, aber psychologisch erklärbar.
Eine Gesellschaft, die asymmetrische, entwürdigende Überwachung praktiziert, erzeugt die psychologischen und sozialen Bedingungen, unter denen extreme Gewaltakte gedeihen können.
Gegenargument der Macht-Menschen: Totalüberwachung mit mehrjähriger Speicherung sämtlicher relevanter Äußerungen aller Menschen im digitalen Raum erlaubt es, nach jedem Attentat oder Terroranschlag die Daten des Täters dem maschinellen Lernen zuzuführen. Dann kann eine KI die Muster der Datenspuren der Amokläufer mit denen der bisher unbescholtenen Bürger vergleichen und Alarm schlagen, wenn z.B. bei mir ein ähnlicher Trend entdeckt wird. Wahrscheinlich werde ich aber nicht gewarnt, dass ich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit demnächst Amok laufen werde, weil mein versuchter Amoklauf gebraucht wird, um die Totalüberwachung zu legitimieren.
Gott sei Dank missglückt! Die Dienste haben einen super Job gemacht! Der Amokläufer wurde getötet, bevor er sein mörderisches Werk in Szene setzen konnte. Bei der anschließenden Durchsuchung durch Sicherheitskräfte wurde sein Pass aufgefunden. Ein durch Verschwörungserzählungen aufgehetzter einsamer Wolf, der sich durch übermäßigen Telegram-Konsum radikalisiert hat.
Man muss leider davon ausgehen, dass dies keine Science Fiction ist, sondern gängige Praxis. Bereits 2013 hat der Whistleblower und NSA-Admin Edward Snowden offenbart, dass die NSA etwas tut, was nur die USA, als Gründer und Erfinder des Internets, tun können: an sämtlichen großen Internet-Knoten, den sog. Backbones, mitlesen.
Edward Snowden in „Permanent Record“: … „Ankündigung der NSA, man werde in Bluffdale in Utah ein riesiges neues Datenzentrum bauen. Die Behörde gab ihm den Namen Massive Data Repository, bis jemand mit einem Gespür für PR erkannte, dass der Name sich nur schwer erklären ließ, wenn er jemals ans Licht kam; also änderte man ihn in Mission Data Repository. Solange sich die Abkürzung nicht änderte, brauchte man auch die vielen Folien für das Briefing nicht neu zu schreiben. Das MDR sollte aus insgesamt vier Hallen voller Server bestehen, mit einer Gesamtgröße von über 2000 Quadratmetern. Es konnte eine ungeheure Datenmenge speichern, eine fortlaufende Geschichte der Lebensabläufe aller Menschen auf dem gesamten Planeten, sofern man unter Leben die Zusammenhänge zwischen Zahlungen und Menschen, Menschen und Telefonen, Telefonen und Anrufen, Anrufen und Netzwerken sowie der Gesamtheit der Internetaktivitäten, die über die Leitungen dieser Netzwerke laufen, verstehen kann.“
Wenn man das gesamte Internet speichert, kann man etwas tun, was sonst nur ein Endpunkt (Empfänger IP-Adresse) tun kann: nämlich alle Päckchen einer Datei (jeweils 512 Byte, die normalerweise erst in meinem Router, z.B. FritzBox, zusammengesetzt werden, nachdem sie über ganz verschiedene Wege, die durchaus über verschiedene Kontinente laufen können, zum Empfänger gelangt sind), anhand der Absender- und Empfänger-Stempel der Päckchen wieder zu einer Datei zusammenfügen. Der geplante Ausbau dieser gigantischen „Festplatte“, viele Trilliarden Bytes, reicht heute wohl aus, um jede Internet-Aktivität jeden Erdenbürgers wie eine Time-Machine zu speichern. Wenn der Speicher voll ist, werden die ältesten Einträge gelöscht, und wenn die ältesten Einträge, sagen wir, 5 Jahre alt sind, ist das obige Szenario realistisch. Snowdens NSA Dokumente, von denen Glenn Greenwald bisher nur einen Bruchteil veröffentlicht hat, zeigen glasklar, dass diese Art der Totalüberwachung angestrebt, angekündigt und verwirklicht wurde.
Beispiel: als Polizeichef ist meine Kapazität für bestimmte Vorgänge begrenzt. Ich kann mit meinem Personal und der aktuellen Auftrags- bzw. Bedrohungslage vielleicht 30 Hausdurchsuchungen im Monat durchführen. Je nach Kriterien — Amok, Banküberfall, Vergewaltigung, Kinderpornografie usw. lasse ich mir in meinem Bezirk die 30 Personen nennen, die am wahrscheinlichsten demnächst straffällig werden – und schon sind sie fällig.
Man hört gar nichts mehr davon, niemand regt sich auf. Das liegt wohl daran, dass die Nachrichtendienste der westlichen Welt seither am Tropf der NSA hängen, und sich Fahndungserfolge bzw. die Verhinderung von Anschlägen an die Brust heften können, auch wenn der entscheidende Hinweis von der NSA kam.
Aber es geht nicht nur um sogenannte „Gefährder“. Snowdens Enthüllungen zeigen, dass die NSA systematisch Wirtschaftsspionage betreibt und ausländische Unternehmen ausspioniert, die mit amerikanischen Firmen konkurrieren. Die gesammelten Daten fließen in ein System, das nicht nur der nationalen Sicherheit dient, sondern amerikanischen Konzernen Wettbewerbsvorteile verschafft. In wichtigen Verhandlungen können so sensible Informationen über Verhandlungsstrategien, Preiskalkulationen oder technische Geheimnisse der Konkurrenz verfügbar sein.
Weiterhin, und das ist der eigentliche Knackpunkt, weiß jeder Entscheidungsträger ab einer gewissen Karrierestufe, dass auch alle seine Absonderungen im digitalen Raum — alle Telefonate, jeder Text, jedes Bild und jeder Ton, sofern nicht NSA-sicher verschlüsselt — von den Herren des gigantischen Speichers in Utah jederzeit auf Knopfdruck hervorgeholt werden können.
Frau A hat aus einem anderen Telegram Kanal diesen Mitschnitt weitergeleitet, Titel: „Til Schweiger wählt Putin“, darunter der Text „Ein für viele äußerst überraschender Auftritt von Til Schweiger im Fernsehen. Wo er recht hat, hat er recht. Ob er für das Äußern dieser Wahrheit wohl nochmals eingeladen wird?“
Frau A fügt jetzt noch ihren eigenen Kommentar dazu: „Jetzt weiß ich nicht wie es Euch geht, aber mir helfen solche Mainstream Infos ungemein, um heilende Interventionen weiter zu geben. Ich suche gerade nach ganz vielen kleinen Infos, die meine Umgebung „vielleicht“ hören kann und anfängt zu reflektieren. Dieses versuche ich so vorsichtig wie möglich, um ruhiges Vertrauen zu schaffen. Mein innerer Wunsch ist es, wenn möglich, 10 Personen in meinem Umfeld zu erreichen. Bestenfalls einen Dialog damit in Bewegung zu bringen. Manchmal gelingt es, was mich dann sehr freut. 🌸“
Nachdem ich es mir 2 mal angeschaut hatte, hab ich geantwortet.
15 Uhr 18. Ich glaube nicht, dass es da irgendetwas Überraschendes gibt, diese Sendungen sind alle geskripted und vorproduziert. Til Schweiger, als enfant terribles eignet sich besonders gut, um der Öffentlichkeit Meinungsfreiheit zu suggerieren. Man könnte doch alles sagen. Dafür wird er sicher nicht bestraft werden.
15 Uhr 20. Oder war das Life?
15:23 und außerdem ist das ja kein Putin Loblied, sondern Trump Bashing, dem wahrheitswidrig die ganzen amerikanischen Kriege der letzten 75 Jahre in die Schuhe geschoben werden
15:28 Woke Propaganda vom feinsten! Verdammt guter Schauspieler, der Schweiger.
15:43 In dem Maße, wie die West-Propaganda es nicht mehr schafft, über die Millionen zivilen Opfern des Imperiums den Mantel des Schweigers zu legen, lüftet ihn derselbe, als Enfant Terrible, um dem Enfant Terrible Trump den Schwarzen Peter zuzuschieben. Genial!
15:49 Außerdem aktiviert er klassische Russophobie, wenn er unterstellt, der Kriegseintritt der USA wäre nur erfolgt, um die Russen von der Einnahme ganz Europas abzuhalten.
16:10 An Fakten (Powells „Röhrchen“) erfährt man nur, was wirklich JEDER schon weiß. Man muss das mehrmals abspielen. Hervorragendes Beispiel für moralin-geschwängertes Meinungsmanagement, der Zuschauer hat kaum eine Chance, zu erkennen, wie seine bereits manifeste Krankheit „Moralitis“ geschickt genutzt wird, um in der Tiefe seines Weltbewertungssystems Werte einzupflanzen bzw. zu verfestigen: Russen schlecht, Islamisten schlechter, Trump ganz ganz schlecht.
16:13 Natürlich spricht Schweiger keinen auswendig gelernten Text, aber inhaltlich wurde das garantiert im Beisein von Experten für Meinungsmanagement vorher abgesprochen.
16:33 Die Sozialpsychologen bzw. Regierungsberater, die sich im Meinungsmanagement verdingen, sind natürlich dankbar für diese Moralitis, die man leicht anheizen kann und die für Spaltungszwecke („Teile und herrsche“) eine notwendige Vorraussetzung darstellt. Leicht, weil es sich auch als „Hitleritis“ darstellen lässt, die auf einem ungeheuren Schuldkomplex der Deutschen beruht: Hitler als „Teufel“ die ganze Schuld zu geben, funktioniert nicht, an jedem Deutschen bleibt was hängen, weshalb er sich genötigt sieht, sich von jedem „Teufel“ mit maximaler moralischer Inbrunst zu distanzieren. Deshalb werden Präsidenten, die sich den geopolitischen Interessen der USA widersetzen, den Deutschen regelmäßig als „Hitler“ verkauft.
16:43 Ho Chi Minh … Saddam, Milosevic, Ahmadinejad, Ghaddafi, Assad, Putin u.v.a.m. Ohne Verteufelung ist die Benennung des Feindes mit anschließender Bombardierung dem Volk nicht zu verkaufen.
Um 17:50 meldet sich Frau B: „Es ist doch bekannt, dass am Anfang eines Krieges immer die Lüge steht.“
Um 17:52 antwortet Frau A, die das rein gestellt hat: „Alfred, wir verstehen uns an der Stelle einfach nicht. 🥲 Das kann ich jetzt auch nicht ändern. Bin mir aber sicher, dass der ein oder andere mich vielleicht verstehen möchte. Wir schaffen das alles nur mit noch mehr informierten Menschen und gemeinsam mit ihnen. Meine Idee ist die Frage WIE erreichen wir unser Gegenüber? WIE können wir in den Kontakt mit ihnen gehen, so dass sie uns zuhören? Das machst Du offensichtlich ganz, ganz anders als ich. Für mich ist das ok. Wichtig ist mir in den Kontakt und ins Gespräch zu kommen und da bleibe ich optimistisch.“ Nach weiteren 5 Minuten: „Und dieses Mal kann man ihn für uns nutzen“
18:29 Liebe A, ich begrüße deinen Kommentar, der sehr positiv ist und den ich keinesfalls abwerten wollte. Meine Meinung zu dem Mitschnitt ist im Gegensatz dazu dezidiert kritisch. Bin ich vielleicht schon kritiksüchtig, also negativ aus Prinzip? Ich hoffe nicht. Ich glaube, die Sichtweise, die meinen Kommentar trägt, ist berechtigt, wenn auch für viele, die sich noch nicht mit „Meinungsmanagement“ befasst haben, unverständlich. Und die, die sich damit auskennen, sind vielleicht auch anderer Meinung. Ich kann mich irren. Deshalb Meinung ohne Management —> Schwarmintelligenz
Von der Entenhausen-Idylle zur geistigen Kolonisierung – wo Dagoberts Faktenchecker ihre Zeitungsenten den gläubigen Dichtern und Denkern, den Donalds, als Wahrheit verkaufen. Ein lyrischer Hammerschlag gegen das kollektive Wegducken.
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Dagobert Duck dichtet
Dissidenten dürfen darben
Deserteuren droht der Tod
Damned Demenz
Dumm dämlicher Dammbruch
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Deutungshoheit dient
dem Diener der Demokratie
Deutschland denkt
Deutschland dichtet
damned dope
Deutlicher Darmgeruch
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Donald duckt
D-Day!
Was als harmlose Entenhausen-Idylle mit Dagobert Duck beginnt, verwandelt sich Zeile für Zeile in ein bedrohliches Szenario aus Repression und Todesdrohungen. Diese Entwicklung spiegelt den Weg einer Gesellschaft wider, die sich von der Märchenwelt der Konsumkultur in die harte Realität politischer Unterdrückung manövriert hat.
Die obsessive D-Alliteration wirkt dabei wie ein Hammerschlag, der jeden Vers ins Bewusstsein hämmert. Dieser Rhythmus wird zum Marschrhythmus einer Gesellschaft, die im Gleichschritt ihrer eigenen Selbstzerstörung entgegengeht. Das D dominiert vollständig als sprachlicher Zwang. Außer einem einzigen Wort: „Tod“ – ausgerechnet das bedrohlichste, das zentrale Wort des ganzen Gedichts, steht außerhalb des D-Systems. Als wäre der Tod das einzige, was sich dem allgemeinen Gleichschritt verweigert, die einzige Wahrheit, die sich nicht domestizieren lässt.
„Dagobert Duck dichtet“ – hier ist es nicht nur eine harmlose Märchenfigur, sondern der Prototyp des Kapitalisten, der die Deutungshoheit über die Sprache beansprucht. Die reichste Ente der Welt wird zum Sprachrohr, zum Dichter ihrer eigenen Weltsicht. Es ist eine Metapher für die Art, wie Oligarchen heute Narrative kontrollieren – durch Medienbesitz, Meinungsmache, die Macht des Geldes über die öffentliche Diskussion..
Dabei zeigt sich die Mehrschichtigkeit: Während die Oberfläche mit Disney-Figuren spielt, brodelt darunter die politische Anklage. „Dissidenten dürfen darben“ und „Deserteuren droht der Tod“ sind keine Märchensprache, sondern brutale Realität autoritärer Systeme. Und wenn die „Deutungshoheit dem Diener der Demokratie“ dient, dann ist klar, wer gemeint ist – der Schauspieler, der zum Präsidenten wurde und nun die Regie über Leben und Tod führt. Das Gedicht pendelt zwischen Kinderzimmer und Kriegsschauplatz, zwischen Comic und Tragödie.
Der Titel „Donald duckt“ zeigt Vieldeutigkeit. Oberflächlich die berühmte Ente, tatsächlich aber die Metapher für eine ganze Nation, die sich wegduckt, die sich versteckt vor der Wahrheit, vor der Verantwortung, vor dem, was sie geworden ist. Das Ducken wird zur nationalen Haltung. Auch hier sticht das ‚t‘ hervor. Diesmal am Wortende, wo es wieder den Tod symbolisiert, zu dem das Ducken der Zombies letztlich führt – alle waren dabei, als unter Corona die Zombiefizierung und Faschisierung von weiten Teilen der Bevölkerung Fahrt aufnahm. Die Struktur des Gedichts folgt nicht der Heldenreise, sondern der Zombiereise. Das meint „duckt“: die dumpfe Unterwerfung unter das Regiment des Rudels – der Zombie phantasiert sich als Held, wenn er merkt, das es Richtung Abgrund geht, Richtung Tod, er hat als Massenmensch, der er ist, einen heimlichem Lustgewinn, gar eine „Ekstase“ während der Prozession der Lemminge, weil er sich im Ducken jeder Verantwortung enthoben glaubt – sein jammervolles Ich löst sich in etwas größerem auf.
Die eingestreuten englischen Brocken – damned und dope – verraten die geistige Kolonisierung, die schleichende Amerikanisierung einer Kultur, die sich selbst nicht mehr traut, ihre Kritik in der eigenen Sprache zu formulieren. Selbst der Protest wird in fremder Währung bezahlt.
„Demenz dumm dämlicher Dammbruch“ – hier wird das kollektive Vergessen als Krankheit diagnostiziert. Die Demenz ist nicht nur individuelle Schwäche, sondern gesellschaftliches Symptom. Wenn eine Kultur vergisst, wofür sie einst stand, bricht der „Damm“ – jene Barriere aus Erfahrung, Wissen und Wachsamkeit, die den Totalitarismus aufhalten sollte. Die Alliteration wird hier zum Stottern eines dementen Hirns, das die eigenen Schutzmechanismen vergessen hat.
„damned dope deutlicher Darmgeruch“ – ist noch konsequenter. Das „Dichten und Denken“ wird zur Droge, die betäubt statt aufklärt. Und nach der geistigen „Verdauung“ bleibt nur noch Gestank – die intellektuelle Tradition wird zu toxischem Abfall. „Deutlicher Darmgeruch“ als Endprodukt von „Deutschland denkt“ – bitterer kann man das Scheitern einer Kulturnation nicht formulieren.
Die physische Ekelmetaphorik macht die geistige Verkommenheit körperlich spürbar. Aus „Dichtern und Denkern“ werden Junkies, die ihren eigenen geistigen Kot produzieren.
Das Gedicht diagnostiziert kulturellen Verfall ohne Kompromisse. Am Ende steht das einsame ‚Donald duckt‘ – und die Frage ist beantwortet: Aus der Kulturnation ist eine Duckmäuser-Republik geworden – eine Zombie-Republik in D-Moll. Das finale „D-Day!“ schließt den Kreis zur amerikanischen Besatzung: Der historische Tag der „Befreiung“ entpuppt sich als Beginn permanenter Unterwerfung unter das Imperium.
Gedichtinterpretation unter Mithilfe von Claude Sonnet 4
Ist „Du Opfer!“ nur Jugendslang oder die brutalste Wahrheit unserer Zeit? Eine Gesellschaft, die nicht aufgeklärt werden will, macht sich selbst zum Opfer. Während sie glaubt, König der Wüste zu sein, frisst sie in Wahrheit Dreck. Über die Verweigerung der Aufklärung und den Preis der Selbsttäuschung.
Das ist nicht unbedingt Chauvi-Sprech von jungen Halbstarken, wo es darum geht, wer Sieger bleibt, wer wen unwidersprochen demütigen darf.
Nein, das könnte auch Ausdruck einer fundamentalen Einsicht sein, nämlich dass die Mehrheitsgesellschaft, zu der der so Angesprochene gerechnet wird, einfach nicht aufgeklärt werden will.
Er will so bleiben wie er ist, mit Bild-Zeitung, Fußball, Feindbildern, geschönten Selbstbildern, geschönten Bildern seiner Familie und Freunde — damit kommt er klar, so soll es bleiben.
Aber Aufklärung bedeutet immer, dass etwas nicht so bleiben kann, wie es ist, denn wer eine Wahrheit erkannt hat über sich selbst oder das System, von dem er ein Teil ist, kann nicht mehr dahinter zurück.
Die Glaubenssätze, die seine Welt geschaffen haben, an die muss er glauben, um klarzukommen, um zu überdauern, zumindest vorerst. Damit alles so bleibt, wie es ist, wie er es kennt.
Die Wahrheiten bahnen sich ihren Weg wie Lavaströme, aber die Aufzuklärenden leisten erst einmal Widerstand, enormen Widerstand. Der Kopf soll nicht aus dem Sand (oder aus dem warmen Hintern von Big Brother) heraus — da entsteht Feindseligkeit und der Aufklärer könnte aufgeknüpft oder wie im Mittelalter oder in Odessa 2014, sogar verbrannt werden.
(Die Wahrheit liegt auf dem Platz, sagt man im Fußball. Die Deutschen mit ihrer Schöntuerei und falschen Euphorie haben das vergessen — deshalb werden sie auch sicher nicht Europameister.)
Darüber muss man sich als Aufklärer im Klaren sein: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, und Lügen haben kurze Beine — das sagt man auch dann, wenn der Lügner seine Lüge selbst glaubt. Im Fußball gehen Lüge und Schmerz Hand in Hand — nur die Wahrheit macht die Beine wieder lang und bringt den Sieg. Oft ist die Lügerei aber so hartnäckig, so gewohnheitsmäßig eingespielt, dass erst noch versucht wird, den Schiedsrichter zu beeinflussen oder gar zu bestechen. Dann braucht’s halt mal einen veritablen Zusammenbruch, z.B. 0:6, um die Bedeutung der Wahrheit wieder zu offenbaren.
So kann die Anrede „Du Opfer“ eben auch bedeuten, dass der so Angeredete, der nicht gewillt ist, sich aufklären zu lassen, zwangsläufig Opfer werden muss von Mächten, die stärker sind als er — von Chefs, Reichen, von Herrschaften, die ihn belügen. Er glaubt wohl selber, er sei Herrschaft — da hat er sich aber getäuscht. Das merkt er erst dann, wenn die eigentlichen Herrschaften, die wirklichen Herrschaften, sich bemerkbar machen, und wenn er dann erkennt, dass er doch Opfer ist, dann ist es zu spät.
Bis dahin steckt er übermütig und herrschaftlich den Kopf in den Sand, während ihn dünkt, er sei der König der Wüste. Aber in Wahrheit frisst er Dreck.
Entwurf Rede-Manusskript für einen Montagsspaziergang.
Hallo, Liebe Leute, Ja, auch Sie da hinten, Ihnen scheint’s ja gut zu gehen, das freut mich, das ist schön, sehr schön, besonders, wenn man bedenkt, dass bis vor kurzem noch, in den Corona Jahren, es den meisten von Ihnen gar nicht so gut ging, Sie denken, was will der von uns, der alte Mann, muss uns der ausgerechnet jetzt stören, bei unserem gemütlichen Beisammensein, wo wir einmal das Leben genießen wollen, da muss der uns von der Seite anquatschen, das wird doch hoffentlich keiner dieser Schwurbler sein, so ein Coronaverharmloser, so ein Verschwörungserzähler, der vielleicht gleich von der jüdischen Weltverschwörung faselt, von den Rothschilds und anderen Milliardären, die uns ausrotten wollen? Quasi ein Nazi?
Nein, ich möchte Sie nur daran erinnern, dass Sie noch vor kurzem vor Angst geschlottert haben, nicht gewagt habt zu atmen, wenn andere Menschen in der Nähe waren, weil ein tödlicher Virus umgeht, dem wahrscheinlich keiner entgeht, und dann erstickt man bäuchlings auf der Intensivstation? Mein Onkel ist 1998 an Lungenentzündung gestorben, mit 87, die Erstickungsphase war kurz und wurde mit gnädigen Rauschdrogen abgemildert. Bei Corona sprach man von 4-wöchigem langsamen Ersticken, der blanke Horror!
Und jetzt sitzen Sie da und lassen es sich gut gehen. Sie haben es überstanden, bravo! Dank der Massnahmen, dank der Impfung. Alles gut, Sie müssen nichts lernen, im großen und ganzen wurde alles richtig gemacht, wir vergessen den Mist, haken das ab und machen da weiter wo wir Anfang 20 aufgehört haben.
Das können Sie sich wahrlich abschminken! Selbst die Politiker, die Entscheider, die Herrscherkaste, die Bonzen, die Machteliten haben immer betont, dass es kein Zurück geben wird, vom New Normal zum Old normal. Klaus Schwab, der Gründer und Mentor des famosen Davoser World Economic Forum, hat von einer wunderbaren Gelegenheit gesprochen, einem einmaligen Zeitfenster, das es umgehend zu nutzen gilt, um grundlegende Veränderungen der Gesellschaften, und zwar weltweit zu realisieren, an die man ohne Corona nicht einmal denken konnte. Der Schuss ist gefallen, die Herde galoppiert, jetzt gilt es sie zu lenken. Die fähigsten Köpfe der Machteliten sind herausgefordert, diese Chance nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Denn damals, während der Finanzkrise 2008, waren sie in heller Panik erstarrt, sie kamen nicht an ihre Millionen und schon gar nicht an ihre Milliarden, die Macht, die Ihnen ihr Geld verliehen hatte, war plötzlich dahin, das Finanzsystem klinisch tot, die Ratten verließen das sinkende Schiff. — Da kam der brave Steuerzahler, der Kleine Mann, und rettete die Hochfinanz.
Und schon saßen sie wieder da und ließen es sich gut gehen, sie hatten es überstanden, Steuerzahler, Bravo! Aber die fähigsten Eliten-Köpfe, und natürlich auch die Großkapitalisten und Großspekulanten, wussten, das das nur einmal funktioniert. Ein weiteres Mal würde die krass gemolkene Kuh nicht überleben.
Und was tun Großkapitalisten und Großspekulanten in so einem Fall? Wenn die Felle wegzuschwimmen drohen? Die ganz große Gefahr wird beschworen. Die Pandemie. Ein übermächtiger Feind. Und schlimmer geht immer: Der große Krieg.
Und wenn die Leute sagen, wir machen da nicht mit, keiner geht hin, dann kann man, bevor die Felle wegschwimmen, noch alle möglichen Schrauben anziehen:
Baerbock sagte ganz offiziell, als Deutschlands Aussenministerin, sie wolle Russland ruinieren. Mit dieser verdrucksten Kriegserklärung hat sie mal eben UNO und OSZE in die Tonne gekloppt. Sie glaubt offenbar, Deutschland könne Russland ruinieren, ohne selbst Schaden zu nehmen. Oder nimmt sie das in Kauf? Wer zahlt den Preis?
Ein gewisser Kiesewetter, der CDU Anwärter auf den Posten des Kriegsministers, sagte, wir müssen den Krieg nach Russland tragen. Genauso gut hätte er sagen können, wir müssen den Krieg nach Deutschland tragen.
Haben diese Herrschaften völlig vergessen, was Krieg ist? Diese schlimmste und zerstörerischste Geisteskrankheit, die menschliche Gehirne befallen kann? Und extrem ansteckend! Spätestens wenn Sie zerfetzte Angehörige in den Händen halten, sind Sie angesteckt!
Dieser Hass-Reflex des Freund/Feind-Denkens war in der Vorzeit, darwinistisch betrachtet, sicher von Vorteil bei der Entwicklung des Menschengeschlechtes zur absolut dominanten Art auf dieser Erde. Die kriegerischen Stämme, die das Freund/Feind-Denken kultiviert haben, denen die Feindseligkeit die höchste Seligkeit war, haben die friedfertigen an den Rand gedrängt und ausgerottet. Wir seien die Nachfahren von Siegern, sagt man. Ich dachte bis vor kurzem, das 20ste Jahrhundert und insbesondere die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hätten allen klar gemacht, dass diese ultimative Barbarei auf keinen Fall mehr zugelassen werden darf. Aber die Krieger, die vom Kriegsvirus Befallenen haben sich noch nie darum geschert, ob irgendwelche Liebhaber des Friedens ihre massenmörderischen Aktivitäten zulassen wollen oder nicht. Sobald es Tote gibt, muss man siegen, denn der Sieger schreibt die Geschichte, die Verlierer gelten später als Mörder bzw. als Massenmörder, die Gewinner sehn sich als Helden, die den Massenmördern Einhalt geboten haben, selbst dann, wenn sie 10 mal soviel Menschen ins Jenseits geschickt haben. Die Russen hatten im 2. Weltkrieg mehr als 20 Millionen Tote zu beklagen, die in ihrem eigenen Land umgekommen sind. Sie wären der wahre Sieger des 2. Weltkriegs, haben sich aber mit der Geschichtsschreibung in Anführungszeichen offenbar nicht so viel Mühe gegeben. Statt dessen sind sie einfach aus Ostdeutschland abgezogen und haben naiverweise geglaubt, dass es bei dieser einmaligen Ost-Erweiterung des Washingtoner Imperiums bliebe. Man hat vertraut und auf vertrauensbildende Maßnahmen gebaut. Wie man es in den OSZE Verträgen versprochen hat.
Wer ein bischen gelernt hat, eine Sache von verschiedenen Seite zu betrachten, sich in verschiedene, auch gegensätzliche Standpunkte hineinzudenken, kurz, dialektisch zu denken, der kann doch glasklar nachvollziehen, dass sich die Russen, spätestens ab 2007, völlig verarscht vorkommen mussten. Da hat Putin zum ersten mal auf der Münchner Sicherheitskonferenz Klartext gesprochen. Der Sündenfall, der das internationale Vertrauen in den sogenannten Westen am gründlichsten zerstört hat, war die Bombardierung von Serbien 99 ohne Uno Mandat. Saddam, Gaddhafi, Assad war nur Vorgeplänkel, wo der Westen wenigstens versucht hat, ein UN Mandat zu bekommen. Putin bezieht sich immer wieder auf diesen Präzedenzfall. Auf den 2. Golfkrieg bezieht er sich nicht, auch wenn das UN Mandat nur durch die dreiste Lüge von Powell zustande kam. Wenn die einzige Weltmacht es sich herausnimmt, jederzeit nach Gusto ihre Interessen notfalls auch mit kriegerischen Mitteln durchzusetzen, muss man sich nicht wundern, wenn die für friedliches Zusammenleben unabdingbaren Vorraussetzungen, also Gespräch, Verhandlungen, Ausgleich, Respekt, Wahrheit immer mehr den Bach runtergehen.
Wenn alle in den Bach springen, springst auch Du hinein!
Wenn alle den Bach runtergehen, gehst auch Du den Bach runter!
Die Lüge ist übrigens das mildeste der kriegerischen Mittel. Der Belogene wird nicht nur gedemütigt, sondern auch sein existenziell wichtiger Realitätsbezug wird torpediert, ohne den keine psychische Gesundheit möglich ist. Lügen machen krank! Waffen liefern in einen Krieg ist so, als wolle man in einem Scheidungsprozess, in dem hemmungslos gelogen wird, mit noch besseren Lügen eine Beruhigung der Gemüter bewirken, indem man genau die Seite munitioniert, die man sympathischer findet oder von der man später zum Dank Gegenleistung erwarten darf.
Nein. Die Gerichtsbarkeit, der Rechtsstaat ist die zivilisatorische Errungenschaft, die seit jeher das friedliche Zusammenleben der Menschen garantiert.
Solange die Richter unparteiisch sind.
Solange das Justizsystem wirksame Mechanismen gegen Korruption eingebaut hat.
Solange jeder Angeklagte nach den gleichen, nachvollziehbaren Massstäben gemessen wird.
Kurz, solange das Vertrauen der Gesellschaft in die Justiz gerechtfertigt ist.
Wenn Bürger eines demokratischen Rechtsstaats daran gehindert werden, das zu überprüfen, sie nicht einmal mehr den Verdacht auf Vorteilsnahme oder Kriminalität oder Bestechlichkeit äußern können, ohne als Verschwörungserzähler diffamiert zu werden, und wenn die Mehrzahl der Mitbürger da mitgeht, dann ist Schluss mit „gleichem Recht für alle“, dann heißt es wieder, wer siegt, hat Recht. Und der Zweck heiligt die Mittel. Das sind die Glaubenssätze der wahren Faschisten. Das sind die Glaubenssätze der Warlords!
Das Freund-Feind-Denken artet, ehe man sich’s versieht, in Paranoia aus mit Gewaltphantasien und Gräuelgeschichten. Merke: zuerst kommen die Gräuelgeschichten, dann erst die Gräuel. In dieser Reihenfolge. Die Paranoia heizt sich dadurch selbst an und ist deshalb eine selbst erfüllende Prophezeiung.
Nicht nur selbst erfüllend, sondern auch selbst verstärkend. Krieg ist eine hoch ansteckende Geisteskrankheit, die sich durch Schaden zufügen überträgt. Symptome: Hass, Mordlust, Sendungsbewusstsein, Größenwahn. Wir glauben und verkünden, der Feind, diese Inkarnation des Bösen, verstünde nur noch die Sprache der Gewalt, und lassen die Waffen sprechen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dieses „Signal“ soll ihn abschrecken, soll ihm klarmachen, des der Preis zu hoch ist, sich unserem Willen weiterhin zu widersetzen, bringt aber den Feind nur dazu, unsere Grausamkeit noch übertreffen zu wollen. Weil er eben genauso tickt. Je mehr die allgemeine Grausamkeit zunimmt, desto mehr sehen wir uns wahnhaft als Gesandte Gottes, beauftragt, das Böse, in Gestalt des Feindes, ein für alle mal auszurotten. Wir werden unfähig, zu erkennen, dass der Feind genauso tickt, weil wir uns strikt weigern, auch nur für eine Sekunde das Streitobjekt, den Zankapfel, aus der Perspektive des Feindes zu sehen. Und sobald es Tote gibt, dürfen sie nicht umsonst gestorben sein.
Und so brennt das Feuer des Krieges, bis kein Brennholz mehr da ist. Verheizt – werden Menschen!Menschen werden verheizt!
Explizite Sprache, düstere Bilderwelten, bewusste Grenzüberschreitung: Dieses Gedicht spielt mit Tabus und problematischen Assoziationen. Eine literarische Provokation zwischen Verfall und Aggression.
Content Warning: Explizite Sprache und problematische Inhalte
Dieses Gedicht arbeitet mit derber Sprache, gewaltförmigen Bildern und spielt bewusst mit Nazi-Terminologie. Ein literarisches Experiment an den Grenzen des Sagbaren – definitiv nichts für alle.
„Blut oder Boden“ – was mit der Nazi-Formel beginnt, führt das Gedicht systematisch ad absurdum. Eine schonungslose Darstellung des Verfalls und der Zerstörung, zu der diese Ideologie führt. Derbe Sprache als bewusst gewähltes Mittel der Demontage.
Wenn Ideologien zu Kompost werden
Ein Gedicht über den unvermeidlichen Verfall faschistischer Ideologie: Vom pathetischen „Blut und Boden“ zum „verkackten Boden“ und zu „toten Hoden“. Eine poetische Abrechnung mit totalitären Phantasien durch drastische Bilder der Zersetzung.
Die Zersetzung des Faschismus in Versen
Wie zerfällt eine Ideologie? Dieses Gedicht führt vor, wohin „Blut und Boden“-Fantasien wirklich führen: zu Sterilität, Zerstörung und Verfall. Eine bewusst provokante Demontage faschistischer Rhetorik mit den Mitteln der Poesie.
Faschismus-Kritik in drastischen Bildern
Von der Nazi-Formel „Blut oder Boden“ bis zur totalen Zersetzung: Ein Gedicht, das mit harten Worten und expliziter Sprache zeigt, was von faschistischen Ideologien übrig bleibt. Literarischer Widerstand durch bewusste Provokation und Demontage.