Z E I T E N E N D E

Schlagwort: Satire

B B B

Eine Glosse über Satiriker und Giftspritzer

B B B – so beginnt das Alphabet der deutschen Meinungsmache. „Brigitte Bardot bumsen“ hielt ich in jungen Jahren noch für Satire – naive Zeiten, in denen Alliterationen und Fäkalhumor als Gipfel des Witzes galten. Aber spätestens bei Bonn / Baden-Baden / Berlin wird es ernst. Diese drei Städte prangen auf meiner Visitenkarte – berufliche Stationen zwischen Rhein und Spree, zwischen Regierungsvierteln und Medienlandschaften. Genug Zeit und Gelegenheit also, um zu beobachten, wie hier der Kampf um die Deutungshoheit zwischen echten Satirikern und bloßen Giftspritzern tobt.

Das Trio Infernale der deutschen Medienwelt – Bosetti, Böhmermann, Broder – liefert täglich Anschauungsunterricht dafür, wie dünn die Grenze zwischen beißendem Witz und billiger Polemik sein kann. Sarah Bosetti etwa klassifizierte Impfverweigerer kurzerhand als „Blinddarm, der weg kann“. Jan Böhmermann feierte seinen endgültigen Durchbruch mit der poetischen Würdigung des türkischen Präsidenten als „Ziegenficker“. Und Henryk Broder befand über Greta Thunberg: „Eine seelisch gestörte Göre, die von ihren Eltern missbraucht wird.“

Moment mal – ist das noch Satire oder schon Cybermobbing mit Öffentlich-Rechtlichen Sendeplatz?

Die Unterscheidung ist eigentlich simpel: Echte Satiriker betreiben konstruktive Kritik. Sie kontextualisieren, entlarven Manipulationen und halten der Gesellschaft den Spiegel vor – manchmal schmerzhaft, aber immer mit dem Ziel der Aufklärung. Giftspritzer hingegen praktizieren destruktive Kritik. Ihr Handwerk ist die Rufschädigung, ihr Publikum der Mob, ihre Währung der Shitstorm.

Wo Satire zum Nachdenken anregen will, zielt die Giftspritze aufs Niedermachen. Wo Humor Brücken baut, reißt Häme Gräben auf. Wo der Satiriker das System kritisiert, greift der Giftspritzer die Person an.

Das Problem unserer Zeit: Die Grenzen verschwimmen. In einer Gesellschaft, die den Like-Button für ein Argument hält und den Retweet für einen Beleg, mutiert jeder Besserwisser zum Comedian und jeder Comedian zum Tribunal. Das Publikum applaudiert, solange die „richtige“ Seite getroffen wird.

Dabei wäre die Unterscheidung so einfach: Satiriker wollen die Welt verstehen, Giftspritzer wollen sie vernichten. Die einen dekonstruieren Macht, die anderen konstruieren Hass. Satiriker fragen „Warum?“, Giftspritzer schreien „Weg damit!“

Vielleicht sollten wir uns öfter fragen: Lachen wir noch über etwas – oder schon über jemanden? Denn zwischen diesen beiden Präpositionen liegt der ganze Unterschied zwischen Kunst und Kunstfehler.

B B B – am Ende bleibt die Frage: Wer von den Dreien ist Satiriker, wer Giftspritzer? Die Antwort überlassen wir dem geneigten Publikum. Denn nichts ist demokratischer als das Recht auf die eigene Meinung – und nichts gefährlicher als das Recht auf die eigene Wahrheit.


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Donald Duckt

Ente in D-Dur

Von der Entenhausen-Idylle zur geistigen Kolonisierung – wo Dagoberts Faktenchecker ihre Zeitungsenten den gläubigen Dichtern und Denkern, den Donalds, als Wahrheit verkaufen. Ein lyrischer Hammerschlag gegen das kollektive Wegducken.

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Dagobert Duck dichtet

Dissidenten dürfen darben 

Deserteuren droht der Tod 

Damned Demenz

Dumm dämlicher Dammbruch 

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Deutungshoheit dient

dem Diener der Demokratie

Deutschland denkt

Deutschland dichtet

damned dope

Deutlicher Darmgeruch 

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Donald duckt

D-Day!

Was als harmlose Entenhausen-Idylle mit Dagobert Duck beginnt, verwandelt sich Zeile für Zeile in ein bedrohliches Szenario aus Repression und Todesdrohungen. Diese Entwicklung spiegelt den Weg einer Gesellschaft wider, die sich von der Märchenwelt der Konsumkultur in die harte Realität politischer Unterdrückung manövriert hat.

Die obsessive D-Alliteration wirkt dabei wie ein Hammerschlag, der jeden Vers ins Bewusstsein hämmert. Dieser Rhythmus wird zum Marschrhythmus einer Gesellschaft, die im Gleichschritt ihrer eigenen Selbstzerstörung entgegengeht. Das D dominiert vollständig als sprachlicher Zwang. Außer einem einzigen Wort: „Tod“ – ausgerechnet das bedrohlichste, das zentrale Wort des ganzen Gedichts, steht außerhalb des D-Systems. Als wäre der Tod das einzige, was sich dem allgemeinen Gleichschritt verweigert, die einzige Wahrheit, die sich nicht domestizieren lässt.

Dagobert Duck dichtet“ – hier ist es nicht nur eine harmlose Märchenfigur, sondern der Prototyp des Kapitalisten, der die Deutungshoheit über die Sprache beansprucht. Die reichste Ente der Welt wird zum Sprachrohr, zum Dichter ihrer eigenen Weltsicht. Es ist eine Metapher für die Art, wie Oligarchen heute Narrative kontrollieren – durch Medienbesitz, Meinungsmache, die Macht des Geldes über die öffentliche Diskussion..

Dabei zeigt sich die Mehrschichtigkeit: Während die Oberfläche mit Disney-Figuren spielt, brodelt darunter die politische Anklage. „Dissidenten dürfen darben“ und „Deserteuren droht der Tod“ sind keine Märchensprache, sondern brutale Realität autoritärer Systeme. Und wenn die „Deutungshoheit dem Diener der Demokratie“ dient, dann ist klar, wer gemeint ist – der Schauspieler, der zum Präsidenten wurde und nun die Regie über Leben und Tod führt. Das Gedicht pendelt zwischen Kinderzimmer und Kriegsschauplatz, zwischen Comic und Tragödie.

Der Titel „Donald duckt“ zeigt Vieldeutigkeit. Oberflächlich die berühmte Ente, tatsächlich aber die Metapher für eine ganze Nation, die sich wegduckt, die sich versteckt vor der Wahrheit, vor der Verantwortung, vor dem, was sie geworden ist. Das Ducken wird zur nationalen Haltung. Auch hier sticht das ‚t‘ hervor. Diesmal am Wortende, wo es wieder den Tod symbolisiert, zu dem das Ducken der Zombies letztlich führt – alle waren dabei, als unter Corona die Zombiefizierung und Faschisierung von weiten Teilen der Bevölkerung Fahrt aufnahm. Die Struktur des Gedichts folgt nicht der Heldenreise, sondern der Zombiereise. Das meint „duckt“: die dumpfe Unterwerfung unter das Regiment des Rudels – der Zombie phantasiert sich als Held, wenn er merkt, das es Richtung Abgrund geht, Richtung Tod, er hat als Massenmensch, der er ist, einen heimlichem Lustgewinn, gar eine „Ekstase“ während der Prozession der Lemminge, weil er sich im Ducken jeder Verantwortung enthoben glaubt – sein jammervolles Ich löst sich in etwas größerem auf.

Die eingestreuten englischen Brocken – damned und dope – verraten die geistige Kolonisierung, die schleichende Amerikanisierung einer Kultur, die sich selbst nicht mehr traut, ihre Kritik in der eigenen Sprache zu formulieren. Selbst der Protest wird in fremder Währung bezahlt.

„Demenz dumm dämlicher Dammbruch“ – hier wird das kollektive Vergessen als Krankheit diagnostiziert. Die Demenz ist nicht nur individuelle Schwäche, sondern gesellschaftliches Symptom. Wenn eine Kultur vergisst, wofür sie einst stand, bricht der „Damm“ – jene Barriere aus Erfahrung, Wissen und Wachsamkeit, die den Totalitarismus aufhalten sollte. Die Alliteration wird hier zum Stottern eines dementen Hirns, das die eigenen Schutzmechanismen vergessen hat.

„damned dope deutlicher Darmgeruch“ – ist noch konsequenter. Das „Dichten und Denken“ wird zur Droge, die betäubt statt aufklärt. Und nach der geistigen „Verdauung“ bleibt nur noch Gestank – die intellektuelle Tradition wird zu toxischem Abfall. „Deutlicher Darmgeruch“ als Endprodukt von „Deutschland denkt“ – bitterer kann man das Scheitern einer Kulturnation nicht formulieren.

Die physische Ekelmetaphorik macht die geistige Verkommenheit körperlich spürbar. Aus „Dichtern und Denkern“ werden Junkies, die ihren eigenen geistigen Kot produzieren.

Das Gedicht diagnostiziert kulturellen Verfall ohne Kompromisse. Am Ende steht das einsame ‚Donald duckt‘ – und die Frage ist beantwortet: Aus der Kulturnation ist eine Duckmäuser-Republik geworden – eine Zombie-Republik in D-Moll. Das finale „D-Day!“ schließt den Kreis zur amerikanischen Besatzung: Der historische Tag der „Befreiung“ entpuppt sich als Beginn permanenter Unterwerfung unter das Imperium.

Gedichtinterpretation unter Mithilfe von Claude Sonnet 4


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Brennholz

Entwurf Rede-Manusskript für einen Montagsspaziergang.

Hallo, Liebe Leute, Ja, auch Sie da hinten, Ihnen scheint’s ja gut zu gehen, das freut mich, das ist schön, sehr schön, besonders, wenn man bedenkt, dass bis vor kurzem noch, in den Corona Jahren, es den meisten von Ihnen gar nicht so gut ging, Sie denken, was will der von uns, der alte Mann, muss uns der ausgerechnet jetzt stören, bei unserem gemütlichen Beisammensein, wo wir einmal das Leben genießen wollen, da muss der uns von der Seite anquatschen, das wird doch hoffentlich keiner dieser Schwurbler sein, so ein Coronaverharmloser, so ein Verschwörungserzähler, der vielleicht gleich von der jüdischen Weltverschwörung faselt, von den Rothschilds und anderen Milliardären, die uns ausrotten wollen? Quasi ein Nazi?

Nein, ich möchte Sie nur daran erinnern, dass Sie noch vor kurzem vor Angst geschlottert haben, nicht gewagt habt zu atmen, wenn andere Menschen in der Nähe waren, weil ein tödlicher Virus umgeht, dem wahrscheinlich keiner entgeht, und dann erstickt man bäuchlings auf der Intensivstation? Mein Onkel ist 1998 an Lungenentzündung gestorben, mit 87, die Erstickungsphase war kurz und wurde mit gnädigen Rauschdrogen abgemildert. Bei Corona sprach man von 4-wöchigem langsamen Ersticken, der blanke Horror!

Und jetzt sitzen Sie da und lassen es sich gut gehen. Sie haben es überstanden, bravo! Dank der Massnahmen, dank der Impfung. Alles gut, Sie müssen nichts lernen, im großen und ganzen wurde alles richtig gemacht, wir vergessen den Mist, haken das ab und machen da weiter wo wir Anfang 20 aufgehört haben.

Das können Sie sich wahrlich abschminken! Selbst die Politiker, die Entscheider, die Herrscherkaste, die Bonzen, die Machteliten haben immer betont, dass es kein Zurück geben wird, vom New Normal zum Old normal. Klaus Schwab, der Gründer und Mentor des famosen Davoser World Economic Forum, hat von einer wunderbaren Gelegenheit gesprochen, einem einmaligen Zeitfenster, das es umgehend zu nutzen gilt, um grundlegende Veränderungen der Gesellschaften, und zwar weltweit zu realisieren, an die man ohne Corona nicht einmal denken konnte. Der Schuss ist gefallen, die Herde galoppiert, jetzt gilt es sie zu lenken. Die fähigsten Köpfe der Machteliten sind herausgefordert, diese Chance nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Denn damals, während der Finanzkrise 2008, waren sie in heller Panik erstarrt, sie kamen nicht an ihre Millionen und schon gar nicht an ihre Milliarden, die Macht, die Ihnen ihr Geld verliehen hatte, war plötzlich dahin, das Finanzsystem klinisch tot, die Ratten verließen das sinkende Schiff. — Da kam der brave Steuerzahler, der Kleine Mann, und rettete die Hochfinanz.

Und schon saßen sie wieder da und ließen es sich gut gehen, sie hatten es überstanden, Steuerzahler, Bravo! Aber die fähigsten Eliten-Köpfe, und natürlich auch die Großkapitalisten und Großspekulanten, wussten, das das nur einmal funktioniert. Ein weiteres Mal würde die krass gemolkene Kuh nicht überleben.

Und was tun Großkapitalisten und Großspekulanten in so einem Fall? Wenn die Felle wegzuschwimmen drohen? Die ganz große Gefahr wird beschworen. Die Pandemie. Ein übermächtiger Feind. Und schlimmer geht immer: Der große Krieg.

Und wenn die Leute sagen, wir machen da nicht mit, keiner geht hin, dann kann man, bevor die Felle wegschwimmen, noch alle möglichen Schrauben anziehen: 

Baerbock sagte ganz offiziell, als Deutschlands Aussenministerin, sie wolle Russland ruinieren. Mit dieser verdrucksten Kriegserklärung hat sie mal eben UNO und OSZE in die Tonne gekloppt. Sie glaubt offenbar, Deutschland könne Russland ruinieren, ohne selbst Schaden zu nehmen. Oder nimmt sie das in Kauf? Wer zahlt den Preis?

Ein gewisser Kiesewetter, der CDU Anwärter auf den Posten des Kriegsministers, sagte, wir müssen den Krieg nach Russland tragen. Genauso gut hätte er sagen können, wir müssen den Krieg nach Deutschland tragen.

Haben diese Herrschaften völlig vergessen, was Krieg ist? Diese schlimmste und zerstörerischste Geisteskrankheit, die menschliche Gehirne befallen kann? Und extrem ansteckend! Spätestens wenn Sie zerfetzte Angehörige in den Händen halten, sind Sie angesteckt!

Dieser Hass-Reflex des Freund/Feind-Denkens war in der Vorzeit, darwinistisch betrachtet, sicher von Vorteil bei der Entwicklung des Menschengeschlechtes zur absolut dominanten Art auf dieser Erde. Die kriegerischen Stämme, die das Freund/Feind-Denken kultiviert haben, denen die Feindseligkeit die höchste Seligkeit war, haben die friedfertigen an den Rand gedrängt und ausgerottet. Wir seien die Nachfahren von Siegern, sagt man. Ich dachte bis vor kurzem, das 20ste Jahrhundert und insbesondere die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hätten allen klar gemacht, dass diese ultimative Barbarei auf keinen Fall mehr zugelassen werden darf. Aber die Krieger, die vom Kriegsvirus Befallenen haben sich noch nie darum geschert, ob irgendwelche Liebhaber des Friedens ihre massenmörderischen Aktivitäten zulassen wollen oder nicht. Sobald es Tote gibt, muss man siegen, denn der Sieger schreibt die Geschichte, die Verlierer gelten später als Mörder bzw. als Massenmörder, die Gewinner sehn sich als Helden, die den Massenmördern Einhalt geboten haben, selbst dann, wenn sie 10 mal soviel Menschen ins Jenseits geschickt haben. Die Russen hatten im 2. Weltkrieg mehr als 20 Millionen Tote zu beklagen, die in ihrem eigenen Land umgekommen sind. Sie wären der wahre Sieger des 2. Weltkriegs, haben sich aber mit der Geschichtsschreibung in Anführungszeichen offenbar nicht so viel Mühe gegeben. Statt dessen sind sie einfach aus Ostdeutschland abgezogen und haben naiverweise geglaubt, dass es bei dieser einmaligen  Ost-Erweiterung des Washingtoner Imperiums bliebe. Man hat vertraut und auf vertrauensbildende Maßnahmen gebaut. Wie man es in den OSZE Verträgen versprochen hat.

Wer ein bischen gelernt hat, eine Sache von verschiedenen Seite zu betrachten, sich in verschiedene, auch gegensätzliche Standpunkte hineinzudenken, kurz, dialektisch zu denken, der kann doch glasklar nachvollziehen, dass sich die Russen, spätestens ab 2007, völlig verarscht vorkommen mussten. Da hat Putin zum ersten mal auf der Münchner Sicherheitskonferenz Klartext gesprochen. Der Sündenfall, der das internationale Vertrauen in den sogenannten Westen am gründlichsten zerstört hat, war die Bombardierung von Serbien 99 ohne Uno Mandat. Saddam, Gaddhafi, Assad war nur Vorgeplänkel, wo der Westen wenigstens versucht hat, ein UN Mandat zu bekommen. Putin bezieht sich immer wieder auf diesen Präzedenzfall. Auf den 2. Golfkrieg bezieht er sich nicht, auch wenn das UN Mandat nur durch die dreiste Lüge von Powell zustande kam. Wenn die einzige Weltmacht es sich herausnimmt, jederzeit nach Gusto ihre Interessen notfalls auch mit kriegerischen Mitteln durchzusetzen, muss man sich nicht wundern, wenn die für friedliches Zusammenleben unabdingbaren Vorraussetzungen, also Gespräch, Verhandlungen, Ausgleich, Respekt, Wahrheit immer mehr den Bach runtergehen.

Wenn alle in den Bach springen, springst auch Du hinein!

Wenn alle den Bach runtergehen, gehst auch Du den Bach runter!

Die Lüge ist übrigens das mildeste der kriegerischen Mittel. Der Belogene wird nicht nur gedemütigt, sondern auch sein existenziell wichtiger Realitätsbezug wird torpediert, ohne den keine psychische Gesundheit möglich ist. Lügen machen krank! Waffen liefern in einen Krieg ist so, als wolle man in einem Scheidungsprozess, in dem hemmungslos gelogen wird, mit noch besseren Lügen eine Beruhigung der Gemüter bewirken, indem man genau die Seite munitioniert, die man sympathischer findet oder von der man später zum Dank Gegenleistung erwarten darf. 

Nein. Die Gerichtsbarkeit, der Rechtsstaat ist die zivilisatorische Errungenschaft, die seit jeher das friedliche Zusammenleben der Menschen garantiert. 

Solange die Richter unparteiisch sind. 

Solange das Justizsystem wirksame Mechanismen gegen Korruption eingebaut hat. 

Solange jeder Angeklagte nach den gleichen, nachvollziehbaren Massstäben gemessen wird. 

Kurz, solange das Vertrauen  der Gesellschaft in die Justiz gerechtfertigt ist. 

Wenn Bürger eines demokratischen Rechtsstaats daran gehindert werden, das zu überprüfen, sie nicht einmal mehr den Verdacht auf Vorteilsnahme oder Kriminalität oder Bestechlichkeit äußern können, ohne als Verschwörungserzähler diffamiert zu werden, und wenn die Mehrzahl der Mitbürger da mitgeht, dann ist Schluss mit „gleichem Recht für alle“, dann heißt es wieder, wer siegt, hat Recht. Und der Zweck heiligt die Mittel. Das sind die Glaubenssätze der wahren Faschisten. Das sind die Glaubenssätze der Warlords!

Das Freund-Feind-Denken artet, ehe man sich’s versieht, in Paranoia aus mit Gewaltphantasien und Gräuelgeschichten. Merke: zuerst kommen die Gräuelgeschichten, dann erst die Gräuel. In dieser Reihenfolge. Die Paranoia heizt sich dadurch selbst an und ist deshalb eine selbst erfüllende Prophezeiung. 

Nicht nur selbst erfüllend, sondern auch selbst verstärkend. Krieg ist eine hoch ansteckende Geisteskrankheit, die sich durch Schaden zufügen überträgt. Symptome: Hass, Mordlust, Sendungsbewusstsein, Größenwahn. Wir glauben und verkünden, der Feind, diese Inkarnation des Bösen, verstünde nur noch die Sprache der Gewalt, und lassen die Waffen sprechen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dieses „Signal“ soll ihn abschrecken, soll ihm klarmachen, des der Preis zu hoch ist, sich unserem Willen weiterhin zu widersetzen, bringt aber den Feind nur dazu, unsere Grausamkeit noch übertreffen zu wollen. Weil er eben genauso tickt. Je mehr die allgemeine Grausamkeit zunimmt, desto mehr sehen wir uns wahnhaft als Gesandte Gottes, beauftragt, das Böse, in Gestalt des Feindes, ein für alle mal auszurotten. Wir werden unfähig, zu erkennen, dass der Feind genauso tickt, weil wir uns strikt weigern, auch nur für eine Sekunde das Streitobjekt, den Zankapfel, aus der Perspektive des Feindes zu sehen. Und sobald es Tote gibt, dürfen sie nicht umsonst gestorben sein.

Und so brennt das Feuer des Krieges, bis kein Brennholz mehr da ist. Verheizt – werden Menschen! Menschen werden verheizt!

Möge dieser Kelch dieses Mal an uns vorübergehn.

verzickt VERZOCKT verzückt

Inspiriert von Rezos viralem YouTube-Video „Die Zerstörung der CDU“ (2019): Ein satirisches Gedicht über systematische Zerstörung, Gender-Pannen und kreative Pyromanie in der Politik. Von der Litanei der Ministerversagen bis zum verzückten Verzocken – ein wortspielreicher Ritt durch den politischen Irrsinn.

[Ganzes Gedicht lesen: „verzickt VERZOCKT verzückt“]

Nach „Die Zerstörung der CDU“: Ein poetisches Echo

Rezos 55-minütiges YouTube-Video von 2019 wurde zum erfolgreichsten deutschen Video des Jahres mit über 16 Millionen Aufrufen – dieses Gedicht nimmt den Ball auf und spielt ihn weiter. Durch alle Ministerien, über Gender-Stolperfallen bis ins „Pyrodrom“: Eine satirische Reflexion über systematisches Versagen und die Lust am sprachlichen Chaos.

Von der Asche der SPD bis zum brennenden Pyrodrom

Ein Gedicht, das bei Rezo beginnt und im Sprachspiel endet: Wenn politische Kritik zur kreativen Zerstörung wird und sich in Wortverzückung auflöst. Zwischen böser Satire und anarchischem Wortspiel – ein Trip durch die Absurditäten unserer Zeit.

„Der Preis ist heiß“ – Ein Gedicht für die Generation Game Over

Vogel Strauß, Kopf raus aus dem Sand!

„Gib Gas Vogel Strauß, gib Gummi / mach noch einmal den Schumi“

Was klingt wie ein Rap-Text, ist in Wahrheit ein Weckruf: Ein Gedicht in der Sprache der Straße über den heißesten Preis von allen – das Überleben auf diesem Planeten.

Keine Lyrik für Literaturprofessoren. Sondern harte Worte für harte Zeiten.

Fünf Vierzeiler über unsere kollektive Realitätsverweigerung. Über eine Welt, die „den Eisberg rammt“, während alle noch Gas geben. Geschrieben in einer Low-Level-Sprache, die jeder 16-Jährige versteht – bevor er selbst zu den Entscheidern wird.

„Es wird zu heiß / ich weiß ich beiß / nein nicht ins Gras / doch – schnapp – ins Gas“

Von Panik über Flucht bis zur finalen Erkenntnis: Am Ende bleibt nur die Liebe.

Ein Gedicht, das nicht gefallen will, sondern aufrütteln. Für alle, die noch nicht vergessen haben, dass man den Ast, auf dem man sitzt, nicht absägen sollte.

➤ Zum Gedicht: „Der Preis ist heiß“

Manchmal braucht die Wahrheit eine einfache Sprache.

Wir rümpfen euch alle!

Erinnerungen an den „Gasnot-Herbst“ 2022: Als Deutschland plötzlich ohne russisches Gas dastehen könnte und die Republik in helle Aufregung geriet. Was damals dramatisch erschien, liest sich heute wie Satire – dieser Text war es schon damals.

Dumpf dampft der Rumpf!
Gasmasken Hersteller befürchten Gasangriffe!
Spürbare Entlastung: kaum noch Gas im Umlauf

Damals, als die Israelis Angst vor Saddams SCUD Raketen hatten

Full spectrum dominance

Eben, nach dem Tatort, ich wollte schon abschalten, weil ich Anne Will erwartete, die in letzter Zeit die Hohlheit ihrer Texte durch immer strengeren Blick wettzumachen versucht, da seh ich, in festlichem Rahmen, die Frau des Burda Chefs (Furtwängler), an einem der schönsten Orte Münchens, wie sie Sir Simon Rattle, der in die Fussstapfen eines Russen tritt, der nicht dazu zu bewegen war, sich öffentlich von Putin zu distanzieren, überschwänglich als einen der größten zeitgenössischen Dirigenten begrüßte. Er durfte selber ansagen, was sie gleich spielen werden, Höhepunkte des angelsächsischen Filmmusikschaffens „Star Wars“, „Harry Potter“, „Robin Hood“ und „Tom & Jerry“. Auf auf zur munteren Jagd! Ich ahne, was Beethoven davon halten würde – zu dumm, dass ich mein Lichtschwert verlegt habe.

Klopapier

Gestern stand ich im DM-Markt vor leeren Klopapier-Regalen. Ich solle es morgens um neun versuchen. Da ging mir der Arsch auf Grundeis.

Ich hatte eigentlich die großen PR-Agenturen im Verdacht, die bei der Vorbereitung der Eroberungskriege des Imperiums sechsstellige Summen einstreichen. Durch eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung – nämlich die Vorhersage, dass es kein Klopapier mehr geben wird – wären sie ihrem Auftrag, für Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu sorgen, sehr geschickt nachgekommen.

Das war Paranoia. Jetzt weiß ich, wo das ganze Klopapier geblieben ist.

(Der ursprüngliche Facebook-Link ist leider nicht mehr verfügbar) https://www.facebook.com/100002376591089/posts/2833376090084916/