Z E I T E N E N D E

Kategorie: Philosophie & Erkenntnistheorie (Seite 2 von 2)

Dieb in der Nacht oder Guter Mensch

Ein Gedankenexperiment über Moral und ihre Paradoxien

So wie der Dieb es sich nicht leisten kann, eine sichere Beute liegen zu lassen, so kann ich es mir leisten, auch mal einen Vertrauensvorschuss zu gewähren. Das kann teuer werden, ist aber im Sinne des kant’schen kategorischen Imperativs. Langfristig wird es mir besser gehen als dem Dieb, obwohl, da gibt es ja viele Geschichten – denke gerade an Oblomov, dem ging es am Schluss schlecht –, Großzügigkeit kann auch nach hinten losgehen, vor allen Dingen dann, wenn dahinter ein unreflektierter Narzissmus steckt.

Ich will nicht ein guter Mensch sein, weil ich verstanden habe, was es bedeutet, ein Guter Mensch zu sein, sondern um mir selber im Spiegel zu gefallen. Also die Pharisäer-Haltung, und die sollte bestraft werden, das wird sie aber oft nicht, weil der Dieb den Pharisäer, auch wenn er ihn bestiehlt, bewundert und so sein will wie er. Indem er sich dessen Eigentum aneignet, schafft er das ein Stück weit.

Der wirklich Gute Mensch hat immer einen schweren Stand, das einzige, was ihn tröstet, ist, dass er weiß, dass man hienieden nur so letztlich glücklich werden kann.


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Lieber Tenzin,

Mir scheint, du neigst neuerdings zur Wissenschaftsgläubigkeit. Wissenschaft: die Religion der Postmoderne. Es gibt keine objektive, endgültige Wahrheit in der Wissenschaft. Ich hatte selber die Ehre, in den 70gern einem Vortrag von Sir Karl Popper (der Papst der Wissenschaftstheorie) zu lauschen, in dem er u.a. darlegte, dass es keine, vom Wissenschaftler unabhängige, objektive Wahrheit gibt, die man nur zu entdecken braucht, vielmehr erzeugt der Wissenschaftler durch die Art seiner Herangehensweise, die von bisherigen Theorien abgeleitet sind, Ergebnisse, die von anderen reproduziert oder falsifiziert werden können. Es gibt keine Wahrheit, sondern nur Theorien, und die müssen auch noch falsifizierbar sein, denn nicht falsifizierbare Theorien sind „Glaube“ oder Tautologien. Die Weisheit der Leerheit von inhärenter Existenz macht keine Ausnahme bei der „objektiven Wahrheit“ der Wissenschaft, der Beobachter und das Beobachtete sind von einander abhängig und treten durch den Akt des Beobachtens  gemeinsam in die Existenz.

Das Messen von CO2 unter der Maske ist eine Schnapsidee, kaum vorstellbar, dass die von einem qualifizierten Wissenschaftler kommt. Ich hörte nur von Studien, die den CO2 Gehalt im Blut messen, da gibt es mehrere recht genaue, eingeführte Verfahren. Solche Studien kannst Du sicher ohne meine Hilfe finden.


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Brief an einen Unbekannten

Nach „dem All gefällt der freie Fall“ (rajo24.de) kann ich eigentlich nichts besseres mehr schreiben, ich sehe nicht, wie ich das noch toppen soll. Schriftstellern ist wie Briefe schreiben an Unbekannte, die ich mir aber vorstelle wie gelungene Ausgaben meiner selbst. Ich gehe davon aus, dass sie ähnlich sprachsozialisiert sind, überhaupt dass sie im Wesentlichen die gleichen Erfahrungen gemacht haben im Leben wie ich selbst und jetzt diskutieren wir über die angemessene Verarbeitung derselben.


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Der Ur-Reflex: Warum wir Feinde brauchen

Wir sollten niemals unterschätzen, wie tief – und beinahe unüberwindbar – dieser duale Reflex in uns eingepflanzt wurde: Feindseligkeit gegen die „Anderen“Kameradschaft mit den „Eigenen“. Millionen Jahre lang kämpften wir als Mitglieder von Horden und Sippen ums Überleben.

Den Feind zu markieren, die eigene Deutung durchzusetzen, war der Schlüssel zum Erfolg – ein Sieg, der physisch bestätigt werden musste. Erst dann sind wir „bei Gott“, und die Besiegten sind „beim Teufel“.


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Dem All gefällt der freie Fall

Mein philosophisches Vermächtnis. Ich phantasiere, dass lange nach meinem Ableben dieser Text berühmt wird – rajo24.de

Bis jetzt hat das noch kein Schwein verstanden, glaube ich. Schwein gehabt? Midjourney: „Schwein in der Stratossphäre zieht die Reißleine an seinem Fallschirm“

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Ein philosophisches Vermächtnis wartet darauf, verstanden zu werden

„Bis jetzt hat das noch kein Schwein verstanden“ – so bescheiden kommentiert der Autor seinen eigenen Schlüsseltext. Doch hinter diesem scheinbar rätselhaften Titel verbirgt sich eine der elegantesten Theorien über Bewusstsein, Realität und die Natur des Universums selbst.

Was passiert, wenn Neurowissenschaft auf Kosmologie trifft?

In diesem Text entwickelt der Autor eine faszinierende These: Unsere Neuronen erzeugen einen „Weltsimulator“ – eine symbolische Repräsentation der Realität. Aber Freude und Leid, die fundamentalen Qualitäten unserer Erfahrung, können nicht Teil dieser Simulation sein. Sie müssen eine Eigenschaft des „Alls“ selbst sein.

„Dem All gefällt der freie Fall“ – ein Satz, der sowohl physikalisches Gesetz als auch existenzielle Weisheit in sich trägt. Eine Einladung, die Kontrolle loszulassen und zu verstehen, dass selbst unsere tiefsten Empfindungen Echos einer kosmischen Qualität sind.

Ein Text, der Neurowissenschaft, Philosophie des Geistes und Spiritualität zu einer einheitlichen Vision verbindet.

➤ Zum vollständigen Text: „Dem All gefällt der freie Fall“

Vielleicht wird dieser Text tatsächlich berühmt – lange nachdem sein Autor das Zeitliche gesegnet hat. Bis dahin wartet er darauf, dass endlich jemand versteht, was hier eigentlich gesagt wird.

KI Claude 2024


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Mind Fuck

also vor meinem inneren Auge sehe ich ein Gehirn, in dem kausale Prozesse ablaufen, die ein inneres Auge entstehen lassen, das auf Prozesse meines Gehirns blickt, die eine Welt mit meinem Gehirn darin erst erzeugen. Wo ist jetzt das Ich und wenn ja, wieviel Freiheit? Wille zur Freiheit?


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an Detlef Renner von Seherr

Der begnadete Kunstmaler Detlef Renner von Seherr sammelt Erleuchtungen wie andere Briefmarken. Seine Weisheiten kommen meist in Reimen. Hier mein Versuch, ihm zu antworten:

Hey du luftiger Bukowski, ein Wissenender, ein Zwölfenender vor dem Herrn!

Hab Dank für deine Gedanken, die ich gelassen mit vollen Sinnen sich kräuseln lasse. 

Hin zum Sinn machen! Alles andere macht keine Sinn! Zur Wahrheit, zur Freude. Wer? Der Erzeuger oder der Erzeugte? Wer zeugt den Weg?  Der Zeuge zeugt. Die Eule heult. Keiner wäscht Reiner. Heulen und Zähneknirschen. Bleibt das Pirschen. Auch eine Kunst. Übung macht den Meister. Pirschend im Kleister, befreit scheißt er, und erkennt – den Weg.


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Präambel

Dieser Blog setzt sich mit der sogenannten Zeitenwende auseinander. Wir befinden uns in einem tiefgreifenden Umbruch, der in zwei beunruhigende Richtungen zu weisen scheint: Einerseits erleben wir eine Rückentwicklung der Errungenschaften der Aufklärung – hin zu neuen Formen des Feudalismus, nun unter der Herrschaft globaler Konzerne. Andererseits treibt uns eine radikal materialistische Weltanschauung in Science-Fiction-Szenarien, in denen Mensch-Maschine-Hybride als erstrebenswerte Zukunft des menschlichen Geistes gepriesen werden.

Die Dystopien des 20. Jahrhunderts haben uns gewarnt: Jewgenij Zamjatins Wir (1920) beschreibt einen totalitären Einheitsstaat mit vollständiger Überwachung und Entindividualisierung hinter einer grünen Mauer. Aldous Huxleys Schöne neue Welt (1932) zeigt eine konditionierte Gesellschaft, in der Menschen künstlich gezüchtet werden, um durch Unterdrückung von Gefühlen Stabilität zu gewährleisten. George Orwells 1984 (1949) porträtiert eine Welt unter Big Brother – mit Gedankenpolizei, Newspeak und permanenter Manipulation der Wahrheit.

Auch das Kino hat diese Warnungen aufgegriffen: Fritz Langs Metropolis (1927) thematisiert Klassenkonflikte in dystopischen Zukunftsmetropolen. Ridley Scotts Blade Runner (1982) und Denis Villeneuves Blade Runner 2049 (2017) erkunden Identitätskrisen in überbevölkerten Megastädten. Paul Verhoevens RoboCop (1987) karikiert den Kampf gegen Konzernmacht, während Jean-Luc Godards Alphaville (1965) eine emotionslose Technokratie porträtiert, in der ein Detektiv gegen einen Supercomputer rebelliert.

Diese Werke sollten Schaudern auslösen – doch manche scheinen in ihnen Vorbilder zu erkennen. Eine Weltanschauung, die sich auf einen radikalisierten Darwinismus beruft, in der „der Krieg der Vater aller Dinge“ und „der Zweck die Mittel heiligt“ als Naturgesetze gelten, reduziert menschliche Wärme und Barmherzigkeit zu irrelevanten Sentimentalitäten.

Dieses Blog möchte daran mitarbeiten, dass die europäische Aufklärung nicht – wie Adorno und Horkheimer warnten – in neue Formen der Barbarei umschlägt, sondern im Sinne von Kants Ewigem Frieden oder auch Marx‘ klassenloser Gesellschaft eine Vernunft kultiviert, die ohne Feindseligkeit auskommt – eine Vernunft, die dem Menschen dient, statt ihn zu unterwerfen.

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